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Ohne Rolf: Die Blätterer beeinDruckten

thunSie sorgten für jede Menge Lacher – und dies ohne auch nur einen Laut zu sagen. Beim Duo Ohne Rolf aus Luzern werden die Pointen

Es war so etwas wie der Kontrapunkt am Thuner Literaturfestival: Während bei allen anderen Vorstellungen jene Person auf der Bühne vorlas, war es am Samstagabend in der Konzepthalle 6 das Publikum, das die Lesebrille aufsetzen musste. Die beiden Luzerner Kleinkünstler Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg alias Ohne Rolf kommunizieren nämlich vorwiegend mit dem Blättern von vorgedruckten Plakaten. Ganz schön monoton, so möchte man meinen. Doch das Stück «Blattrand» bietet weitaus mehr Abwechslung als man erwartet hätte: Das Duo muss sich etwa gegen zwei übermütige Radios wehren, denen der Papierkrieg der Protagonisten sehr suspekt erscheint. Den Blätterern selbst ist wiederum das Publikum suspekt, da es «seltsame Geräusche» von sich gibt. Ohne Rolf wollen der Sache auf den Grund gehen und beginnen daher, die Gedanken des Publikums einzufangen. In einer weiteren Sequenz träumen die Verstummten davon, «stimmberechtigt» zu sein, sich frei und spontan äussern zu können. Wortwitz und Wortspiele Ohne Rolf überzeugten bei ihrer Vorstellung vor allem durch zwei Dinge: Zum einen stecken in den Plakaten jede Menge Wortwitz und Doppeldeutigkeiten, die das Publikum animieren, ganz genau hinzusehen und auch einmal zwischen den Zeilen zu lesen. Zum anderen antizipiert das Duo geschickt, was der Zuschauer während des Stücks überlegt, und baut diese Fragen in die Vorstellung ein. So entsteht so etwas wie Interaktion zwischen Bühnen- und Publikumsraum, und das, obschon alles minutiös geplant beziehungsweise vorgedruckt ist. Eine in der Tat beeinDruckende Leistung! Gabriel Berger>

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