OK-Präsident holt sich den Streckenrekord

Adelboden

Schweizer Meister Jonathan Schmid lief beim Vogellisi-Berglauf solo zum neuen Streckenrekord. Schnellste Frau war Petra Eggenschwiler. Auf den weiteren Podestplätzen landeten die Oberländerinnen Tatiana von Allmen und Kathrin Knuchel.

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Der in eine idyllische Gebirgslandschaft eingebettete Vogel­lisi-Berglauf lockte wieder rund tausend Laufbegeisterte nach Adelboden. Weil auch das Wetter ein einmaliges Laufvergnügen versprach, gingen noch viele Nachmeldungen ein. Für einmal nicht am Start waren mit Martina Strähl, Christian Mathys und Lauflegende Martin von Känel drei Seriensieger und Streckenrekordhalter, welche die Veranstaltung bisher massgebend mitprägten. Das grosse Duell zwischen Rekordhalter Mathys und dem aufstrebenden Newcomer 2016 Jonathan Schmid fand nicht statt.

Ohne Pacemaker und Hase stufte Schmid seine Chance, die Rekordmarke von 56:35 Minuten zu unterbieten, nicht als ideal ein. Der Schweizer Meister lud deshalb die beiden Krienser Stefan und Daniel Lustenberger zu seinem Heimlauf ein. Schmid, der vom Verpflegungschef zum OK-Präsidenten des Vogellisi-Berglaufs befördert worden ist, lief mit den beiden Lustenberger-Brothers in Slowenien die Bergeuropameisterschaft. Der 24-jährige Bäcker-Konditor wurde da als Schnellster des Teams Schweiz guter Zwölfter.

Eine Lokomotive für Schmid

Auf dem flacheren Teil des 14,6 Kilometer langen Bergkurses von Adelboden via Hahnenmoospass aufs Sillerenbühl war Stefan als früherer Mittelstreckler eine für Schmid wertvolle Lokomotive. Schmid hatte gegen den Jüngeren des Bruderpaars beim Bergläger-Sprint keine Chance. Als der extrem starke Kraxler dann Richtung Geils und Hahnenmoospass in seinem Element war, musste der TV-Horw-Athlet abreissen lassen.

Wollte der Ausreisser neuen Streckenrekord laufen, genügte eine Verwaltung des Vorsprungs nicht. Unter Begeisterungsstürmen der stimmungsvollen Zuschauerkulisse lief der OK-Präsident mit 55:53 Minuten neuen Streckenrekord. Zweiter wurde Nati-Kollege Stefan Lustenberger. Und Overalldritter wurde Daniel Lustenberger. Das sympathische Trio wird die Schweiz bei den Berglauf-Weltmeisterschaften in Italien ver­treten.

Solosieg bei den Frauen

Bei den Frauen kam die Duathletin und Ausdauerläuferin Petra Eggenschwiler in 1:08:36 Stunden zu einem ungefährdeten Solosieg. «Ich bin erstmals den Vogellisi-Berglauf gelaufen, und ich muss sagen: Als es da richtig bergauf ging, hat mir die Streckenführung sehr gut gefallen», meinte die 29-jährige Geologin aus dem solothurnischen Langendorf schwärmend. Die Polyausdauersportlerin hat vor Jahresfrist den Stockhorn-Halbmarathon gewonnen. Auf die Frage, ob sie nur sechs Tage nach dem Vogellisi-Berglauf auch wieder den anspruchsvollen Halbmarathon auf den Thuner Hausberg Stockhorn laufe, antwortete die Seriensiegerin: «Ja klar, das ist auch ein sehr schöner Berglauf.»

Im Kampf um den Overallplatz zwei behielt im Duell mit der ­All-Black-Athletin Kathrin Knuchel die von Hansruedi Bühler trainierte Steffisburgerin Tatiana von Allmen die Oberhand. «Ich lief noch in Geils hinter Kathrin in dritter Position. Als ich dann mein bevorzugtes Terrain vorfand, konnte ich mich absetzen», sagte die 32-Jährige. Da ­Kathrin Knuchel die bessere Bergabläuferin ist, schmolz ihr Vorsprung bis ins Ziel auf 7 Sekunden. Dies trug den beiden Oberländerinnen bei den Frauen F-30 einen Doppelsieg ein. Die einheimische Bergbäuerin Bea­trice Bärtschi, die 14-mal dabei war, lief in ihrer Kategorie immer in die Top Ten.

Berner Oberländer

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