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Ortsplanung gibt viel zu reden

Die Revision der Ortsplanung Kirchlindach steht im Kreuzfeuer der Kritik. Das zeigte sich an einer Informationsveranstaltung.

In Kirchlindach ist das Interesse an der Revision der Ortsplanung sehr gross. Gegen hundert Leute liessen sich am Montagabend die Pläne der Behörden erklären. Dabei wurde an harscher Kritik nicht gespart. Eigentlich fällt die Revision bescheiden aus. Das vom Kanton bewilligte Einzonungskontingent wird längst nicht ausgeschöpft. Zu den vorhandenen 2,6 Hektaren will die Gemeinde einzig 1,8 Hektaren zusätzlich als Baulandreserve ausweisen und verzichtet damit auf weitere 3 Hektaren Bauland. «Wir streben kein grosses Wachstum an», erläuterte Gemeindepräsidentin Magdalena Meyer. Es war nicht diese zurückhaltende Einzonungspolitik, die die Gemüter der Anwesenden erhitzte. Zu reden geben vielmehr die geplante Auflösung des gemeindeeigenen Bauerngutes, die Schaffung von Erhaltungszonen und die Gewerbestandorte. Der Unmut in Teilen der Bevölkerung veranlasste den Gemeinderat, zum Informationsanlass vom Montag einzuladen. «Wir wollen damit die Gemeindeversammlung zeitlich entlasten», erklärte Wolfgang Hotz, Präsident der Entwicklungskommission. Zeit für Diskussionen war am Montag keine eingeplant. Die Gemeindeversammlung werde das richtige Gefäss für Diskussionen sein, so Hotz. Aufgabe des BauernhofesDie Kritik blieb dennoch nicht aus. Als Meyer erklärte, dass der gemeindeeigene Landwirtschaftsbetrieb im Bereich Breitmaad aufgegeben werden soll, schwappten Emotionen hoch. Die Behörden würden die Exis- tenz einer Familie zerstören, wurde gesagt, und die Gemeinde stelle sich gegen die Landwirte im Dorf. Meyer hielt dem entgegen, dass eine externe Überprüfung gezeigt habe, dass der 11 Hektaren umfassende Betrieb längerfristig nicht zu halten sei. Sanierungen in der Grössenordnung von 1,5 Millionen Franken stünden an. Zudem komme der Betrieb ohne zusätzliches Land nicht aus. Geht es nach dem Willen der Behörden, soll im Breitmaad eine Überbauung mit «hohen ortsbaulichen Qualitäten» realisiert werden. Gewerbe ist enttäuschtAuch die Gewerbetreibenden fühlten sich im Stich gelassen. Wenn man aus rechtlichen Gründen auf den Standort «Ausserortschwaben» verzichten müsse, dränge sich ein Plan B, insbesondere auch für die Heubühne, auf. «Der ist aber nicht da», bemerkte ein Anwesender. «Wir haben in dieser Gemeinde einfach keinen Platz, und das finde ich tragisch», sagte eine weitere Person. Meyer warnte davor, die Abstimmung aus diesem Grunde um ein Jahr hinauszuzögern: «Ihr gewinnt damit nicht eine Minute Zeit.» Das Amt für Gemeinden und Raumplanung habe zugesichert, dass Gewerbeland auch nach der Abstimmung eingezont werden könne. Jetzt seien die Ideen der Gewerbetreibenden gefragt. Mehr Akzeptanz fand die restliche Ausgestaltung der Ortsplanung. Sie trägt dem Ortsbild Rechnung. Zwischen den Quartieren wurden Grünzonen eingeplant, und die Schaffung von Erhaltungszonen sollen Umnutzungsmöglichkeiten von Bauernhäusern im Gebiet Oberlindach und Herrenschwanden ermöglichen. Dagegen lehnten sich aber einzelne Bauern auf. «Unsere Gemeinde ist sehr heterogen und die Bedürfnisse entsprechend gegensätzlich», konstatierte Meyer. Ursula Grütter >

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