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Paar hat in Thun Drogen verkauft

Das Kreisgericht Thun

Eine eher seltene Situation gestern vor dem Kreisgericht Thun. Eine heute 26-jährige Frau wurde dafür bestraft, weil sie gemeinsam mit ihrem Freund rund 1,350 Kilogramm Heroingemisch verkauft hatte. Ihre Taten begingen sie in Thun, Bern, Burgdorf, Herzogenbuchsee und Langenthal. Zwischenhandel beliefert Die Frau lernte ihren Freund im Dezember 2007 kennen. Bald darauf begannen sie, zusammen Drogenkunden zu beliefern. Er führte die Verhandlungen, sie trug das Heroin auf sich, und je nach Situation kassierte sie auch das Geld ein, machte die Lieferungen ab und schaffte die Kontakte zu den Kunden. Sie waren häufig zusammen unterwegs, haben aber auch je einzeln ihre Abnehmer besucht und Ware verkauft. Geliefert wurde meist an Süchtige, die einen Teil des Stoffes weiterverkauften. Gemäss Überweisungsbeschluss hiess das, dass Päckchen zu 50 oder 100 Gramm geliefert wurden zu einem Preis von 2000 Franken pro 50 Gramm. Während die Untersuchungsrichterin errechnete, dass mit rund 1,850 Kilogramm gehandelt wurde, korrigierte das Kreisgericht die Menge auf 1,350 Kilogramm hinunter. Die Korrektur erfolgte dort, wo die Angaben von Käufer und Verkäufer nicht übereinstimmten. Weil unterschiedliche Angaben über die Reinheit des Heroingemisches vorlagen, ging das Kreisgericht davon aus, es habe sich um 200 Gramm reines Heroin gehandelt. Unterschiedliche Anträge Staatsanwalt Emanuel Jaggi beantragte, die Frau sei wegen bandenmässigen Drogenhandels zu 48 Monaten Freiheitsstrafe zu verurteilen. Er forderte die hohe Strafe nicht zuletzt, weil die Frau bereits einschlägig vorbestraft war und auch nach der Untersuchungshaft mit dem Drogengeschäft weitergefahren habe. Er beantragte, die Strafe sei zu Gunsten einer stationären Massnahme aufzuschieben. Der Verteidiger der Frau fand, eine Strafe von 22 Monaten sei angemessen. Er trennte die Taten auf in solche, die sie oder ihr Freund einzeln begangen hatten, und solche, die sie gemeinsam begangen hatten. Dadurch verneinte er teilweise die Bandenmässigkeit und reduzierte die durch die Frau verkaufte Menge Heroin. Er machte zudem geltend, dass die Frau damals selber süchtig war und zum Teil unter Alkoholeinfluss stand. Auch der Verteidiger machte sich stark dafür, dass die Strafe zu Gunsten einer Massnahme aufgeschoben werde. Zurück in Therapie Das Kreisgericht Thun unter der Leitung von Gerichtspräsident Peter Moser verurteilte die Frau zu einer Freiheitsstrafe von dreissig Monaten, aufgeschoben zu Gunsten einer stationären Massnahme. Wegen Rückfallgefahr verfügte das Gericht, dass die Frau zurückgeht in diejenige Institution, in der sie bereits mit der Therapie begonnen hatte. Auch das Kreisgericht kam zum Schluss, dass die Taten bandenmässig verübt wurden. Das heisst, sowohl die Frau wie ihr damaliger Freund kannten und billigten die Handlungen des andern. Sie sind deshalb für alle Drogendelikte gemeinsam verantwortlich, und es wird nicht unterschieden, wer was genau gemacht hat. Für das Kreisgericht Thun setzt sich die Höhe der Strafe zusammen aus dem Verkauf des Heroins, den Vorstrafen und der Tatsache, dass während der Untersuchung erneut delinquiert wurde. Daraus errechnete das Kreisgericht eine Strafe von 45 Monaten. Auf Grund des psychiatrischen Gutachtens reduzierte das Kreisgericht die Strafe dann auf die oben erwähnten 30 Monate. Bricht die Frau die Therapie vorzeitig ab, so muss sie die verbleibende Zeit in Haft verbringen. Margrit Kunz>

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