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Paul Hertig öffnet Fenster in andere Welten

St.NiklausEr malt in Utzenstorf und in Modolo auf Sardinien, nun stellt er bis Ende März im regionalen Wohn- und Pflegeheim aus: Die Welt von Paolo di Modolo, wie sich Paul Hertig nennt, ist abstrakt.

Auf den ersten Blick stechen die kräftigen Farben ins Auge. Sie decken die ganze Palette des Farbspektrums ab. Auch bei den Stilen scheint der Maler keine Berührungsängste zu haben. Seine Bilderwelten in Mischtechnik erinnern an die grossen Meister Salvador Dalí, Wassily Kandinski oder Paul Klee. 62 Jahre alt ist der Künstler, er heisst Paul Hertig, nennt sich Paolo di Modolo und stellt bis Ende März im Wohn- und Pflege-heim St.Niklaus aus. Er möchte nicht schubladisiert werden, betont der Utzenstorfer, der häufig auch in Modolo auf Sardinien arbeitet, während eines Rundgangs durch die Ausstellung mit Nachdruck. Mit den zahlreichen Bildern, die auf zwei Etagen ausgestellt sind, will er vielmehr besondere Botschaften übermitteln, manche sichtbar und manche unsichtbar. «Feinstofflich» nennt Hertig die nicht sichtbare Welt, die sich wohl nur wenigen Betrachtern eröffnen dürfte. Mal tummeln sich an Quallen erinnernde Objekte auf der Leinwand, mal figurative oder kubische Gestalten, mal organische Wesen. «Geburt und Wiedergeburt» oder «Leiter zu anderen Welten» nennt der gelernte Goldschmied seine Bilder. Als Sujet ist dazu auch das Meer seiner Wahlheimat Sardinien auf den Bildern allgegenwärtig, denn: Wasser sei nebst den Steinen und Bäumen eines der wichtigsten Naturelemente, betont Hertig. «Schliesslich besteht der Mensch grossmehrheitlich aus Wasser.» Als Esoteriker möchte er dennoch nicht bezeichnet werden. Vielmehr sieht er sich als Philosophen. Viel Wissen um Ursprüngliches sei im Laufe der Zeit im Menschen verschüttet worden. Daher sei ihm die bildliche Darstellung von Geist und Körper so wichtig, und darum öffne er so gern Fenster, damit er von der Oberfläche weiter in andere Räume und Wirklichkeiten sehen könne. Dass er die meiste Zeit in seinem 300 Jahre alten, selbst restaurierten Haus auf Sardinien lebe, habe auch damit zu tun: «Am Meer fühle ich mich eins mit der archaischen Natur.» Aber auch in Utzenstorf erlebt Hertig Kraftorte. Nicht zuletzt dank der Emme: «Ein gewöhnlicher Flussstein etwa birgt in sich feinstoffliche Energie von Jahrmillionen.» Deshalb trage er immer einen Stein im Hosensack mit. Trotzdem ist Utzenstorf für ihn heute nur noch ein temporäres Zuhause. Vor allem für jene Zeiten, in denen er in der Region ausstellt. Hertig, der die Kunstgewerbeschule in Bern besucht hat, lebt nicht allein vom Malen. Der vierfache Vater und bald dreifache Grossvater restauriert in Sardinien verschiedenste Dinge. Das Kunstmalen aber ist seine grösste Passion. Lilo Lévy-Moser >

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