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Perfekte Ausgangslage für die Schweiz

FussballNach dem 1:0-Startsieg gegen Dänemark will das Schweizer U-21-Team heute an der EM gegen Island nachlegen (18 Uhr, SF2 live).

Provinzieller kann die dänische Provinz kaum sein als in Horbo. Hier hat die Schweiz während der U-21-EM ihr Basislager. Die Auswahl logiert im Hotel Amerika mitten im Wald, es ist idyllisch, ruhig, hübsch. Am Sonntag hat Trainer Pierluigi Tami seinen jungen Spielern einige Stun-den Ausgang gegönnt, aber um 22.30 Uhr mussten sie wieder zurück sein im Wald in Horbo, tiefste, schönste dänische Provinz. Bereits heute steht, erneut in Aalborg, der zweite Einsatz der hoch gehandelten Nachwuchsauswahl gegen Island an. «Wir haben gegen Dänemark 60 Minuten sehr gut gespielt», sagt Tami. Auch ihm ist die Schlussphase nicht entgangen, als die Schweiz nur dank des starken Goalies Yann Sommer, dänischem Unvermögen und Glück, weil der Ausgleich wegen Abseits zu Unrecht aberkannt wurde, nicht das 1:1 erhielt. «Wir müssen die guten Momente mitnehmen und die schlechten vergessen», sagt Tami. Islands Star Gylfi Sigurdsson Der Schweizer Nationaltrainer erwartet am Dienstag eine zähe Angelegenheit. «Wir müssen geduldig sein. Island ist gut organisiert», sagt Tami. Die soliden Isländer stehen nach der unglücklichen 0:2-Startniederlage gegen Weissrussland unter Druck. «Diese EM ist ausgeglichen», sagt der isländische Coach Eyjólfur Sverrisson, bekannt als Bundesligaspieler bei Stuttgart und Hertha, am Montag. «Wenn wir diszipliniert spielen, haben wir gegen die Schweiz eine Chance.» Stärkster Akteur der Isländer, die in der Qualifikation am meisten Tore aller Teams erzielten, ist Gylfi Sigurdsson. Der torgefährliche Mittelfeldspieler ist bei Hoffenheim engagiert, auch er blickt dem Treffen mit der Schweiz zuversichtlich entgegen: «Der Gegner ist sicher stark, aber wir können uns noch massiv steigern.» Auch Xhaka spielte stark Die Ausgangslage könnte für die Schweiz nach dem ersten Spiel kaum besser sein. Weil Island verlor, steht die Schweiz «bei einem Sieg mit eineinhalb Beinen im Halbfinal», wie Granit Xhaka sagt. Er überzeugte gegen Dänemark. Xhaka bewies sein herausragendes Können im Zentrum des Aufbaus, fast alles, was er anstellte, machte Sinn, seine Ruhe am Ball und seine Übersicht sind verblüffend für einen 18-Jährigen. Jonathan Rossini war ein umsichtiger, zweikampfstarker Abwehrchef, andere wie YB-Verteidiger François Affolter aber verrieten Unsicherheiten und besitzen Steigerungspotenzial. Zwei, drei personelle Änderungen hat Trainer Tami angekündigt. Vielleicht muss der blasse Spielmacher Fabian Frei auf die Bank, vielleicht darf einer der schwer enttäuschten Ersatzspieler Mario Gavranovic oder Nassim Ben Khalifa für Admir Mehmedi im Sturm beginnen, vielleicht erhält Thuns Timm Klose eine Chance. Tami hat mit seiner Aufstellung gegen Dänemark überrascht, womöglich plant er erneut Unerwartetes. Mentale Herausforderung Ungewöhnlich zumindest dürfte heute die Ambiance werden. Gegen Dänemark war die kleine Arena in Aalborg mit 9678 Zuschauern noch gut gefüllt, gegen Island könnte aber «eine Stimmung wie an einem Vorsaisontestspiel herrschen», sagt Peter Knäbel. Der Technische Direktor des Fussballverbandes findet: «Das ist für Akteure, die vor eineinhalb Wochen vor 88000 Zuschauern mit der Schweiz im Wembley gegen England spielten, eine mentale Herausforderung.» Knäbel glaubt, dass es den Akteuren gelingen werde, sich den Verhältnissen anzupassen, schliesslich seien Ambitionen (EM-Titel) und Aussichten (Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012) höchst erfreulich. Heute wird Ottmar Hitzfeld keine Ansprache mehr ans Team halten wie vor dem Dänemark-Spiel. Der Schweizer Nationaltrainer reiste nach der Startbegegnung wieder ab, vergass aber nicht, den Torschützen Xherdan Shaqiri («Er war überragend») zu adeln. Shaqiri dribbelt auch auf kleiner Bühne – und fühlt sich in der dänischen Provinz wohl.fdrSchweiz - Island. Mögliche Schweizer Aufstellung: Sommer (Basel); Koch (Zürich), Rossini (Sassuolo), Klose (Thun), Berardi (Brescia); Lustenberger (Berlin); Shaqiri (Basel), Hochstrasser (YB/Padova), Xhaka (Basel), Emeghara (GC); Mehmedi (Zürich). Telegramm/Resultate Seite 22>

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