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Philippe Baumann

Philippe Baumann trat 1996 in die Création Baumann ein. Im Jahr 2000 übernahm er von seinem Vater die Firmenleitung. Er ist Alleinaktionär.

Sie feiern mit 44 einen 125.«Geburtstag». Wie fühlen Sie sich? Philippe Baumann: Ich bin sehr erfreut darüber. Man sieht, dass das, was vier Generationen getan haben, Bestand hat. Ein Familienunternehmen in vierter Generation zu führen, heisst sicher auch Rücksicht nehmen auf Traditionen. Eine Familienfirma hat eine eigene Kultur. Da ist es ganz natürlich, dass einem vieles bekannt ist. Das hat durchaus Vorteile: Der Stil verändert sich, die Werte können gleich bleiben. Und das Verhältnis zum Vater blieb ebenfalls unverändert gut? Das ist so. Er hat ja die Firma ebenfalls von seinem Vater übernommen und stets die richtige Balance gefunden. Sie haben wohl trotzdem einiges verändert. Man fällt jeden Tag Entscheide. Das Umfeld und die Märkte verändern sich. Da muss sich auch das Unternehmen verändern. Das passiert oft unbewusst in kleinen Schritten. Unverändert bleibt jedoch unsere Philosophie: Wir wollen die Lebensqualität der Menschen in Räumen steigern. Dazu haben wir unter anderem funktionale Textilien erfunden. Und wir suchen ständig nach neuen Märkten. Vor Jahren sagten Sie in einem Interview, Sie möchten die Création Baumann nie an die Börse bringen. In einer inhabergeführten Firma herrscht eine andere Kultur. Es ist einer der Erfolgsfaktoren, wenn sich der Chef persönlich stark um die Produkteentwicklung und -innovation kümmert. Da muss man eine viel langfristigere Perspektive haben. Klassische Manager können das nicht bringen. In unseren Kollektionen muss immer eine bestimmte Linie drin sein. Und ganz abgesehen davon habe ich selbstverständlich Spass an meiner Arbeit. Als Sie die Firma übernahmen, setzten Sie sich noch vehement für einen Schweizer EU-Beitritt ein. Da hat sich wohl einiges geändert. Heute bin ich der Meinung, dass der bilaterale Weg im Moment richtig ist. Johann Schneider-Ammann hat soeben einen guten Vorschlag gemacht. Der einzige Beitrittsgrund könnte die Währungsparität sein, die für uns zurzeit eine schwere Belastung darstellt. Aber auch das dürfte sich langfristig wieder einpendeln. Werden Sie am Produktionsstandort Schweiz festhalten? Ja. Hier in Langenthal werden unsere Produkte entwickelt. Hier sind Verkauf, Marketing und Logistik. Vor allem die Nähe von Entwicklung und Produktion bietet sehr grosse Vorteile. Solange wir knapp die Hälfte unseres Sortiments selber produzieren, tun wir das hier in Langenthal. Falls dies einmal nicht mehr möglich sein sollte, dann würden wir nicht irgendwo im Ausland produzieren, sondern kaufen. Aber das steht heute nicht zur Diskussion. Wird einer Ihrer Söhne das 150-Jahre-Jubiläum planen? Das wäre schön. Ich könnte dann in 25 Jahren auch ein Buch schreiben und wäre sicher stolz, wenn einer meiner drei Söhne die Gäste begrüssen würde. Interview: Robert Grogg>

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