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Philosophisches mit leisen Tönen

«Je lauter jemand etwas verspricht, desto grösser die Chance, dass er’s bricht.» Mit komischen, philosophischen Liedern brachte Liedermacher Nils Althaus in Hasliberg die Besucher zum Nachdenken und Schmunzeln.

Stühle mit farbigen Stoffüberzügen um Salontischlein in lockeren Grüppchen sorgten für eine locker-familiäre Stimmung. Bereit standen Stuhl, Gitarre und Mikrofon auf einer kleinen Vorbühne im Congress Hasliberg. Dann erschien der erst 29-jährige Nils Althaus und bewies von der ersten Minute an, dass es weder eine geniale Lichtshow noch eine gewaltige Bühne braucht, um ein Publikum sogleich in seinen Bann zu ziehen. Obwohl er schon im ersten Lied nicht zu viel versprechen wollte, schien Althaus jegliche Erwartungen zu erfüllen. Das fast 70-köpfige Publikum dankte es mit viel Applaus und verlangte drei Zugaben. Seit sieben Jahren schreibt Althaus Lieder. In Gümligen bei Bern aufgewachsen, zog es ihn als jungen Erwachsenen nach Zürich, wo er 2005 sein Biochemiestudium abschloss. «Nachdem sich jedoch schon im Studium die Bühnenauftritte häuften, arbeitete ich gar nie auf meinem Beruf. Stattdessen untersuche ich die Welt nicht als Forscher, sondern als Liedermacher.» Althaus schätzt die Präzision der Sprache und das Spielen mit ihr. Auf Matters Spuren Parallelen zu den Berner Troubadouren wie Stickelberger, Widmer oder Mani Matter drängen sich auf. Eingängige, einfache Melodien untermalen passend einfache Geschichten, die auch Kinder verstehen können. Doch obwohl die Texte manchmal fast banal erscheinen, verstecken sich geniale Wortspiele und feine Reime darin, welche paradoxerweise gerade zur Wirkung der Einfachheit beitragen. Und wer wagt, zwischen den Zeilen zu hören, wird wie das Publikum am vergangenen Samstag auch zum Nachdenken angeregt. Im «Protestsong» gegen das Einkaufen wird vor Augen geführt, wie viel man dabei selbst von seiner Persönlichkeit preisgibt, wenn alle ins Wägeli schauen und sogleich interpretieren, was für einen Lebenswandel man pflegt. Über den Slogan «Mitmachen ist alles, Hauptsache es stimmt der Ertrag» über die Rüstungsindustrie darf ebenso sinniert werden wie über die Auswüchse der Wirtschaftskrise mit ihren Verblendungen. Sanft Spiegel vorhalten Mit seinem ausgeprägten spontanen Humor und – zum Teil beissenden – Witz in den Liedern sorgte der aufstrebende Künstler auch für viele Lacher. Dabei hält er der Gesellschaft ab und zu auch sanft den Spiegel vor. Althaus negiert den Einfluss der Berner Liedermacher nicht, betont aber, dass er vor allem eigene Ideen umsetzen möchte. Umso mehr präsentiert er sich als würdig, diese Tradition auf hohem Niveau weiterzuführen – ein Versprechen für die Zukunft Christian Schönenberger>

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