Platz für 100 Gewässer

Innertkirchen

Die Gemeinde orientierte über die Planung der Gewässerräume. An die Infoveranstaltung kamen hauptsächlich Landwirte.

<b>Die Aare</b> ist das grösste von rund 100 Gewässern, für welche Innertkirchen die Wasserschutzräume festlegen muss.

Die Aare ist das grösste von rund 100 Gewässern, für welche Innertkirchen die Wasserschutzräume festlegen muss.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Die Gemeinde Innertkirchen hat eine Planung angepackt, die eigentlich Ende 2018 abzuschliessen gewesen wäre: Für rund hundert Bächlein, Bäche, Gräben und die Aare auf dem 36,6 Quadratkilometer grossen Gemeindegebiet muss der Gewässerraum definiert und in zwei Pläne (Südwest und Nordost) aufgenommen werden.

Die Planung bringt eine Anpassung des Baureglements mit sich, und die Gemeinde nützt als Synergie, auch die beiden noch gültigen Baureglemente Innertkirchen und Gadmen in ein einziges Baureglement zusammenzuführen. «Wir berücksichtigen dabei die ortstypischen Bauweisen», sagt Gemeinderat Hans Ulrich Moser.

Der Gewässerraum basiert auf dem schweizerischen Gewässerschutzgesetz. Der Kanton Bern delegiert seine Festlegung an die Gemeinden. Das Planungsbüro Ecoptima hat, auch zusammen mit den Schwellenkorporationen Innertkirchen und Gadmen, die Pläne erstellt. Ab dem 24. Mai läuft für einen Monat die Mitwirkung.

Bauverwalter Marcel Guinand riet, Mitwirkungseingaben gut dokumentiert einzureichen. «Wie definiert sich ein Gewässer?», fragte ein Teilnehmer an der öffentlichen Infoveranstaltung vom Donnerstagabend in Innertkirchen, an der vor allem Landwirte teilnahmen.

Es gäbe Gräben, wo nur selten Wasser komme. Festgelegt wird der Gewässerraum, wenn das Gewässer eine natürliche Gerinnesohle hat. Per Formel wird errechnet, wie gross der Raum beidseits des Gewässers sein muss. Innerhalb seines Perimeters dürfen keine Neubauten erstellt werden, und für die Landwirtschaft bedeutet er das Einsatzverbot von Pflanzenschutzmittel und Dünger.

Im Wald und in Alpgebieten muss, weil sie extensiv bewirtschaftet werden, der Gewässerraum nicht ausgeschieden werden. Bei eingedolten Gewässern gibts keine Einschränkung für die Landwirtschaft.

Für die Aare in Innertkirchen scheidet die Gemeinde den Gewässerraum nicht nach der definierten Formel aus – er wäre dann rund 47 Meter breit. Mit den Dämmen und Ausweitungen, die zum Schutz vor Hochwasser gebaut wurden, erachtet sie die Ziele des Gewässerraums (natürliche Funktion des Gewässers, Schutz vor Hochwasser und Gewässernutzung) als erfüllt.

Nach der Mitwirkung wird die Planung zur Vorprüfung ans Amt für Gemeinden und Raumordnung gehen. Da die Planung grundeigentümerverpflichtend ist, werden die Stimmbürger das letzte Wort haben.

Berner Oberländer

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