Zum Hauptinhalt springen

Präventive Gegenwehr

spitalfusionGrossräte vom Land wehren sich präventiv gegen die grosse Spitalfusion in Bern: Alles andere als eine Holding für Insel und Spital Netz sei für die Spitäler selbst zu teuer. Die Verfechter der Fusion bestreiten dies.

Die grosse Spitalhochzeit in der Stadt Bern wirft ihre Schatten voraus. Die Frage lautet nicht mehr, ob sich Insel und Spital Netz Bern (mit den Stadtspitälern Tiefenau und Ziegler) zum grössten Spital der Schweiz zusammenschliessen sollen; die Frage lautet «nur» noch, ob eine Fusion oder die Bildung einer Holding die richtige Form ist. Das Spital Netz bevorzugt eine Holding, um so einen Teil der Unabhängigkeit wahren zu können. Skeptische Grossräte aus der bernischen «Peripherie» haben frühzeitig via Vorstoss erzwungen, dass der Regierungsrat einen Bericht zum Thema vorlegen muss. Dieser ist nun im Umlauf – und zeigt laut dem «Bund» auf, dass eine Fusion «mehrere 10 Millionen Franken» koste. Zum Vergleich: Die beiden Spitäler erwirtschaften heute zusammen einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Franken und beschäftigen rund 9800 Angestellte. Kosten sollen sich lohnen Der vagen Angabe von «mehreren 10 Millionen Franken» Fusionskosten widerspricht auch Annamaria Müller, Leiterin des Spitalamts, nicht. Sie sagt dazu, es sei unsinnig, eine Zahl zu nennen, bevor man wisse, wie und in welchen Schritten die Spitäler fusionieren würden. Man könne notwendige Anpassungen zum Beispiel immer dann vornehmen, wenn ohnehin ein Ersatz nötig sei. «Klar ist aber, dass eine Fusion nicht gratis zu haben ist.» Das stört all jene, die nur eine Fusion als «echten» Zusammenschluss mit allen Vorteilen sehen, nicht. Auch Annamaria Müller hält fest, dass niemand eine Fusion wolle, deren Kosten sich nicht relativ rasch lohnten, indem die Fusion die Produktion vergünstige oder neue Chancen eröffne. Zahlt der Kanton mit? Dies würde dafür sprechen, die Kosten der Fusion den Spitälern selbst aufzuerlegen, da sie ja auch von deren Vorteilen profitieren könnten. Müller bestätigt aber, je nach Variante sei denkbar, dass der Kanton einen Teil beisteuere oder zumindest vorschiesse. Die skeptischen Grossräte bleiben skeptisch: Enea Martinelli (BDP, Matten) entgegnet, die hohen Kosten einer Fusion würden beide Spitäler in der Entwicklung behindern. «Das darf nicht sein.» Deshalb verlangen er und seine Mitstreiter, dass der Kanton die Varianten Fusion oder Holding und deren Kosten gleichwertig untersucht und gegenüberstellt, um saubere Entscheidgrundlagen zu haben. Eigentlich nur sekundär Allerdings wissen die beteiligten Grossräte schon jetzt, was sie wollen: Eine Holding sei zumindest kurz- und mittelfristig die sinnvollste Lösung. Dies begründen sie unter anderem mit den «enormen Kosten» einer Fusion in Bereichen wie Pensionskasse, Lohnsysteme oder EDV. Spitalamtschefin Müller ihrerseits hält dies fest: «Ob Fusion oder Holding ist für uns eigentlich sekundär: Das Wichtigste ist, dass die beiden Spitäler sich als Einheit verstehen und entsprechend geführt werden – dass sie sich nicht mehr konkurrenzieren, sondern ergänzen.» fab>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch