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Preis für Musik aus einem Guss

Das Quatuor Ebène wurde mit dem Preis der Musikfestwoche Meiringen, dem Goldenen Bogen, ausgezeichnet. Beim Galakonzert in der Michaelskirche wurde auf den ersten Bogenstreich klar, warum das Quartett den Preis erhielt.

Die Verleihung des «Goldenen Bogens» gehört zur Musikfestwoche Meiringen wie der kräftige Applaus für die Leistungen der Künstlerinnen und Künstler. In diesem Jahr wurden jedoch nicht nur einer, sondern gleich vier verliehen. Denn das Quatuor Ebène aus Frankreich besteht aus Pierre Colombet (Violine), Gabriel le Magadure (Violine), Mathieu Herzog (Viola) und Raphaël Merlin (Cello). Hellmut Thomke, Stiftungspräsident der Geigenbauschule Brienz, welche den Preis geschaffen hat, übergab am Eröffnungskonzert am Freitag in der Kirche Meiringen die vier Bögen aus der Werkstatt von Johannes und Marianne Finkel. «Er ist ein Symbol für die Verbindung von Kunst und Handwerk», sagte Thomke. Ein so präzises Zusammenspiel, wie es das Quatuor Ebène biete, sei nur möglich, wenn alle vier Bestleistungen zeigten, jeder sein Handwerk beherrsche. «Sie sind Künstler auf einem Weltklasseniveau, aus diesem Grund ist es uns eine grosse Ehre, ihnen die Goldenen Bogen zu überreichen.» Genuss in Dur und Moll Weshalb das Quatuor Ebène (Ebenholz) diese Auszeichnung erhalten haben, zeigten die vier Franzosen ab dem ersten Takt ihres Konzertes. Wie aus einem Guss erklangen das Divertimento F-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, das Streichquartett g-Moll von Claude Debussy und das Streichquartett f-Moll von Felix Mendelssohn. Leicht, beschwingt und verspielt wie eine lauschige Sommernacht erklangen das Allegro, das Andante und das Presto, die aus Mozarts Feder stammen. Mit einer atemberaubenden Intensität folgten die Darbietungen in Moll von Debussy und Mendelssohn. Es entlud sich ein musikalisches Gewitter in der Michaelskirche, jedoch ohne Misstöne. Wie ein perfektes Räderwerk harmonierten die vier. Wer den Takt angab, liess sich nicht ausmachen. Sicher war aber, dass jeder seinen Part beherrschte. «Eine Bereicherung» Wie gross das Repertoire und die Spielfreude des Quatuor Ebène ist, zeigte sich auch in der Zugabe: eine Jazzimprovisation. «Sie können sich nicht vorstellen, was diese Goldenen Bögen für uns bedeuten. Sie sind wie ein wunderbares Sackmesser», bedankte sich Mathieu Herzog im Namen des Quartetts. An seiner Rede zur Eröffnung der 50. Musikfestwoche Meiringen lobte Ständerat Werner Luginbühl: «Sie zeichnet sich unter anderem durch ihre Hinwendung von Quantität zu Qualität aus. Auch die Verbindung von Musikkonzerten und dem Geigenbau ist einzigartig.» Es sei mit vereinten Kräften gelungen, ein kleines, aber feines Festival aufzubauen. «Die Festwoche ist eine kulturelle und touristische Bereicherung für die Region», erklärte der Ständerat. Hans Rudolf Hösli, Präsident der Musikfestwoche Meiringen, versicherte, dass dieser Konzertreigen auch nach 50 Jahren fortgesetzt werde. Das diesjährige Thema «Zeitlos» sei dafür ein klares Zeichen. Die Musikfestwoche dauert noch bis und mit kommenden Samstag. Heute Montag gibt es im Rahmen der Musikfestwoche im Kino Brienz um 18 Uhr ein Feierabendkonzert als Dank an die Bevölkerung. Zudem beginnt der Kinderworkshop «Nonstop zeitlos» in der Tramhalle Meiringen. Susanna Michel •www.musikfestwoche- meiringen.ch >

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