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Preis für einen Romantiker

Julius, die Hauptfigur des gleichnamigen Romans von Christian Zehnder, ist kein Antiheld von der Stange. Er ist ein Sonderling mit Drang zum Erhabenen, einer, der mit unzeitgemässen Idealen der Wirklichkeit etwas Romantik abtrotzt. Das verleiht seinem Studenten-Dasein Extravaganz. So liest Julius bei seiner ersten sexuellen Erfahrung der Gespielin aus einem «schönen Buch» vor. Und um seine Angebetete wiederzusehen, fährt er tagelang kreuz und quer durch die Stadt. Bereits in seinem Debüt «Gustavs Traum» (2008) liess der Berner seine Protagonisten wie verwunschene Wesen durch Raum und Zeit irren und zelebrierte eine altertümliche Kunstsprache. Diesen unkonventionellen Erzählstil hat er in «Julius» beibehalten. Der Entwicklungsroman lebt von verschrobenen Beobachtungen und sonderbaren Stimmungen, in denen sich die grossen Gefühle spiegeln. Drohen sie ins Pathetische zu kippen, fängt sie Zehnder mit sanfter Ironie auf. Um diesen «aussergewöhnlichen Autor» zu würdigen, so die Begründung der Literaturkommission der Stadt Bern, erhält Zehnder eines der beiden mit 15000 Franken dotierten Stipendien «Weiterschreiben». Das zweite geht an Maja Beutler. Einen «Spezialpreis» erhält der Krimiexperte Paul Ott. lmVerleihung: Mi, 16.November, 20 Uhr, Rathaus, Bern.>

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