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Prominenz auf der Bank

FussballAn der U-21-EM in Dänemark läufts der Schweiz sehr gut. Aber der harte Konkurrenzkampf im Team sorgt für enttäuschte Ersatzspieler wie Moreno Costanzo von YB.

Man könnte fast das Gefühl bekommen, die Schweiz habe verloren. Nach dem 2:0-Sieg an der U-21-EM gegen Island schlurfen am späten Dienstagabend in Aalborg einige Ersatzspieler wenig fröhlich durch die Interviewzone Richtung Teambus. Insbesondere in der Offensive herrscht ein Konkurrenzkampf auf hohem Niveau. Talentierte Akteure wie Nassim Ben Khalifa, Frank Feltscher oder Pajtim Kasami haben keinen Stammplatz. Gegen Island bestritt Schalke-Stürmer Mario Gavranovic seinen ersten Ernstkampf seit dem 1.April. Dem einen oder anderen Schweizer Offensivspieler mag das wie ein Aprilscherz vorgekommen sein. «Ich bin zufrieden und habe keine Schmerzen mehr», sagt Gavranovic, der im zweiten Gruppenspiel Zürichs Aufsteiger Admir Mehmedi verdrängte. Die personellen Änderungen zeigen: Nationaltrainer Pierluigi Tami geht mit der heiklen Angelegenheit sorgfältig um, er will möglichst viele Akteure bei Laune halten. Weil die Schweiz aber trotz zweier Siege bisher nun gegen Weissrussland am Samstag noch einen Punkt braucht, um sicher in die Halbfinals zu kommen, kann Tami nicht fünf, sechs enttäuschten Ersatzspielern Spielpraxis geben. «Aber wir haben keine Fussballer dabei, die schlechte Stimmung verbreiten», sagt Tami. «Solche Charaktere haben wir nicht mitgenommen.» Costanzo ist hinter Frei Auch Moreno Costanzo ist einer der prominenten Bankdrücker. «Natürlich würde ich gerne mehr spielen», sagt der YB-Regisseur. «Aber die Mannschaft gewinnt, das ist das Wichtigste, und dann gibt es auch keine Gründe, etwas zu ändern.» Es sei eine «schwierige Situation», gibt Costanzo zu, «denn ich hatte vor dem Turnier gedacht, Stammspieler zu sein.» Das dachten einige Reservisten, und es ist ja eine Stärke der Schweiz, einen schwächelnden Fussballer sofort mit einer starken Alternative ersetzen zu können. So war das in der Innenverteidigung der Fall, wo Thuns Timm Klose für den im Startspiel gegen Dänemark mässigen François Affolter (YB) ins Team rutschte. «Ich kann mich nur weiter im Training anbieten und bei Kurzeinsätzen gut spielen», sagt Costanzo. Gegen Island wurde er Mitte der zweiten Hälfte für Fabian Frei, seinen Kontrahenten im Kampf um einen Platz, eingewechselt. Frei hatte gegen Dänemark nicht überzeugt, aber gegen Island ein Tor geschossen und eines vorbereitet. fdr>

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