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Pyro-Fanatiker gefährdeten Balljungen

ThunAls Fans des FC Luzern beim Spiel vom letzten

Als die Pyro-Fanatiker des FC Luzern am letzten Samstag in der Partie gegen den FC Thun loslegten, standen – wie immer bei Heimspielen des FC Thun – Balljungen vor dem Gästesektor. Einer der Zeusler feuerte seine Fackel so ab, dass nur rund zwei Meter neben einem Balljungen ein wahrer Funkenregen niederging – und dies gerade mal zwei Tage, nachdem ein Fackel-Zünder in der Fankurve des FC Zürich beim Gastspiel in Rom sich selber schwer und weitere Personen mit einer Fackel verletzt hatte. «Unserem Junior ist zum Glück nichts passiert», hält Christian Schneider fest. Er ist Präsident des FC Allmendingen, welcher für das samstägliche Spiel des FC Thun 10 der 12 Balljungen gestellt hatte. Trotzdem will der Vereinspräsident die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen: «Wir werden das Thema im Vorstand besprechen.» Keine Balljungen mehr? Der Gedanke ist naheliegend: Irgendwann sagt ein Club, er stelle keine Balljungen mehr, weil das Risiko für die Buben zu gross sei. So weit will der Präsident des FC Allmendingen nicht gehen. «Der Einsatz als Balljunge ist für die jungen Spieler ein riesiges Erlebnis», weiss er, «doch hat die Sicherheit der Kinder ganz klar Vorrang.» Sein persönlicher Ansatz ist daher eher der, dem FC Thun vorzuschlagen, künftig keine Kinder mehr vor dem Gästesektor zu postieren. Reto Blösch, Sprecher des FC Thun, betont: «Wir haben sofort reagiert und die Balljungen aus der Gefahrenzone geholt.» Nicht zuletzt wegen derartiger Situationen würden die Kinder vor, während und nach dem Spiel beaufsichtigt und begleitet. Trotzdem stellt sich einmal mehr die Frage: Wie ist es überhaupt möglich, dass die Fans eines Gästevereins zahlreiche Fackeln in ein Fussballstadion schleusen können? «Es ist sehr schwierig, pyrotechnische Gegenstände zu finden, die manchmal nicht grösser sind als ein Kugelschreiber», sagt Reto Blösch. Hinzu kommt, dass alle Fans in den 90 Minuten zwischen Stadionöffnung und Spielbeginn anreisen und ins Stadion eingelassen werden wollen. Am Samstag waren laut Blösch 827 Fans des FC Luzern im Gästesektor. Hätte man 90 Minuten Zeit, sie alle vor dem Einlass zu kontrollieren, müssten pro Minute rund 10 Fans sprichwörtlich durchleuchtet werden. Zwar werden derzeit alle Gästefans abgetastet, doch rigorosere Kontrollen bräuchten mehr Zeit und Personal. Immerhin: Weil die Arena Thun mit Kameras ausgerüstet wird, wurden die fehlbaren FCL-Anhänger am letzten Samstag möglicherweise gefilmt. «Die Bilder der Überwachungskameras wurden nach dem Spiel der Polizei zur Verwendung übergeben», sagt Reto Blösch. «Wir machen unser Möglichstes, um der Lage Herr zu werden.»Marco Zysset>

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