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«Rabenplakat» auf Eis gelegt

Bundesrat Ueli Maurer erfüllte den Kidswest-Kindern einen Wunsch und besuchte mit ihnen einen Match der SCL Tigers.

SCL Tigers Geschäftsführer Ruedi Zesiger empfängt vor der Ilfishalle den Kidswest-Bundesrat und verteilt ihm Matchtickets. Mit Pommes eingedeckt, marschieren die Migrantenkinder zur VIP-Loge. Sie haben ein wichtiges Treffen mit Bundesrat Ueli Maurer. Dieser erfüllte ihnen den Wunsch, mal mit dem Sportminister eine Sportveranstaltung besuchen zu dürfen. Da Ruedi Zesiger vor seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der SCL Tigers Referent und enger Mitarbeiter von Ueli Maurer war, konnte er das Treffen organisieren. Ueli Maurer erscheint kurz vor Matchbeginn in der VIP-Loge, und die Stadionspeakerin begrüsst den Bundesrat und die Kidswest-Bundesräte persönlich. Diese setzen sich um den Bundesrat und verfolgen den Eishockeymatch. Das Projekt «Kidswest» im Berner Tscharnergutquartier ist eine offene Kunstwerkstatt für ausländische Kinder und Jugendliche. Dank diesem Kunstprojekt finden die Kinder Zugang zu zeitgenössischer Kunst und können diese praktisch umsetzten. Die Kidswest-Jugendlichen arbeiten zurzeit unter der Leitung von Meris Schüpbach mit verschiedensten Künstlern zusammen. Raben als Friedensangebot Letzten Herbst hatten die Kidswest-Kinder bereits eine Einladung von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf erhalten, nachdem sie mit selbstgetöpferten Raben gegen das Rabenplakat der SVP im Zusammenhang mit der Personenfreizügigkeitsinitiative protestiert hatten. Zudem gründeten sie den Kidswest-Bundesrat und stellten ein Bundesratsfoto nach. «Bundesrat Leuenberger hat eine grosse Krähensammlung und hat mir dann seine Krähe gezeigt, die er von den Kindern erhielt», erzählt Ueli Maurer. Deshalb sei er erst auf die Raben und die umgehängten Wunschzettel des Kinderbundesrats aufmerksam geworden. «Die Kinder haben sich gut auf das Treffen mit Ueli Maurer vorbereitet», sagt Leiterin Meris Schüpbach. In der Tat decken die ausländischen Kinder den Sportminister mit Fragen ein, ob er gegen Ausländer sei, ob er viel Sport treibe oder ob er sich für Kunst interessiere. Jasine: «Welche Bedeutung hat für Sie das Rabenplakat?» Ueli Maurer antwortet: «Das kann ich nicht sagen, ich war damals bei der Entstehung des Plakats nicht dabei.» Ruhig und sachlich erklärt Ueli Maurer den Kindern, dass er nichts gegen ausländische Kinder habe, «vor allem gegen jene nicht, die auch etwas zum Zusammenleben beitragen und nicht nur von unseren Strukturen profitieren. Eure Raben haben mir sehr gefallen, und jetzt wird mir die Bedeutung unseres Treffens erst richtig bewusst», sagt Maurer. Am Schluss des Matches überreicht Kidswest-Bundeskanzlerin Sumudu dem Sportminister selbst gemalte Postkarten, und die Kinder kriegen von ihm Autogramme und von Ruedi Zesiger ein grosses Buch über die SCL Tigers. Der Abend zeigt, dass Politiker und Bundesräte besonders sachlich und loyal argumentieren, wenn sie mit Kindern diskutieren. Somit ist das für die Kidswest-Bundesräte ausgrenzende Rabenplakat auf Eis gelegt. Norbert Hunziker >

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