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Radtraining als Laufvorbereitung

Ihre Saisonziele heissen Leichtathletik-EM und Berglauf-WM. Der Frauenlauf am Sonntag dient Martina Strähl als Standortbestimmung, denn zuletzt hat sie nur trainiert – und dies vorwiegend

Drei bis vier Stunden verbringt Martina Strähl täglich auf dem Rad. Bei schlechtem Wetter im Fitnessstudio der Physiotherapie Koch in Derendingen, bei guten Wetter an der frischen Luft, nahe ihrem Zuhause in Oekingen. So kommt es nicht selten vor, dass die 23-Jährige während einer Trainingseinheit zwei Mal den Balmberg hinauffährt. Doch wieso kein Lauftraining? «Ich habe erblich bedingt eine nicht so starke Knochendichte und bin deshalb sehr verletzungsanfällig», begründet sie. Weil der Bewegungsablauf auf dem Rad die Knochen weit weniger belastet als beim Laufen, hat Strähl diese unkonventionelle Trainingsmethode gewählt. «Ich wurde schon von einigen Radklubs angefragt, ob ich ihnen nicht beitreten wolle, doch ich bin in der Leichtathletik zu Hause.» Ursprünglich im Berglauf. Dort feierte Strähl ihre grössten Erfolge. Sie sicherte sich zuletzt vier Mal in Serie den nationalen Meistertitel und holte im Vorjahr, an der Berglauf-EM in Österreich, die Goldmedaille. Zu überzeugen vermochte Strähl 2009 auch an diversen Strassenläufen, so zum Beispiel als beste Schweizerin beim GP Bern und beim Frauenlauf sowie als Gesamtsiegerin des Post-Cups, der inoffiziellen Schweizer Meisterschaft im Strassenlauf. Eine neue Herausforderung «Mit Berglauf aufhören werde ich nie, zu gut gefallen mir die Wettkämpfe in der Bergwelt», sagt Strähl. Aber sie sagt auch, dass sie eine neue Herausforderung gesucht habe. Gefunden hat sie diese auf der Bahn, über 10000 Meter. Gleich bei ihrem ersten Ernstkampf, anlässlich der deutschen Meisterschaften in Ohrdruf, unterbot das Mitglied des LV Langenthal in 33:11 Minuten die Selektionskriterien für die EM in Barcelona (26.Juli bis 1.August) um 8 Sekunden. «Punkto Ausdauer sind die 25 Bahnrunden kein Problem, was mir noch fehlt, ist die Schnelligkeit. Die Qualifikation war mein Ziel», sagt Strähl, die sich als ehrgeizig bezeichnet. Frauenlauf als Sicherheit Der Lauf am 1.Mai in Deutschland war Strähls letzter Ernstkampf, danach plagte sie eine Entzündung an der Beugesehne, aufgrund dieser musste sie auch auf den GP in Bern verzichten. Der Frauenlauf am Sonntag gilt deshalb als Standortbestimmung. «Je schneller ich in Bern laufe, desto mehr Sicherheit gibt mir das.» Betreut wird Martina Strähl von Jürg Hafner, einem ehemaligen Topwaffenläufer. «Mit seiner Wettkampferfahrung kann er mir viele gute Ratschläge geben, er begleitet mich auch an die Wettkämpfe», sagt Strähl. Zudem habe sie grossen Support von ihren Eltern. Studentin an der Uni Bern Der Sport bedeutet Martina Strähl viel, aber nicht alles. «Vom Sport leben ist fast unmöglich, und ich will später nicht mit nichts dastehen», sagt sie. Deshalb studiert Strähl Psychologie an der Universität Bern. Im Frühling hat sie den Bachelor erfolgreich abgeschlossen, im Herbst nimmt sie den Master in Angriff. Später möchte sie etwas mit Kindern machen, wie sie verrät. Studium und Sport unter einen Hut zu bringen, das sei manchmal schon stressig. «Für einen Freund zum Beispiel hätte ich gar keine Zeit», scherzt sie. EM 2016 in Zürich Dank ihren guten Leistungen hat Strähl Unterschlupf gefunden im Förderprogramm «Swiss Starters» von Swiss Athletics, mit dem Ziel Heim-EM 2014 in Zürich. «Sicher ein Fernziel, doch es ist noch weit weg», sagt Strähl, und weiter: «Ich hoffe, dass der Körper mitmacht.» Sowieso will sie Schritt für Schritt nehmen. In dieser Saison heissen die Ziele Leichtathletik-EM und Berglauf-WM. Während die Wasserämterin an der EM in den hinteren Positionen klassiert sein dürfte («Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln»), erhofft sie sich einen Monat später an der Berglauf-WM in Slowenien einen Top-10-Platz. Doch vorerst wartet der Frauenlauf in Bern. Raphael Hadorn>

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