Raiffeisen-Genossenschafter stimmen der Fusion zu

Lauterbrunnen

Die Mitglieder der Raiffeisenbank Lütschinentäler haben der Fusion mit der Raiffeisenbank Jungfrau zugestimmt. Die Filialen bleiben erhalten.

Letztmals im Gemeindesaal Hohsteg: Die Mitglieder der Raiffeisenbank Lütschinentäler stimmen grossmehrheitlich der Fusion zu.

Letztmals im Gemeindesaal Hohsteg: Die Mitglieder der Raiffeisenbank Lütschinentäler stimmen grossmehrheitlich der Fusion zu.

«Von den Tälern – für die Täler»: Die Devise der Raiffeisenbank Lütschinentäler hatte 20 Jahre Bestand, nachdem sich 1998 die Raiffeisenbanken aus dem Lauterbrunnental und aus Grindelwald zusammengeschlossen hatten.

Bestand hatten seit damals auch Verwaltung und Leitung, und die Bank verzeichnete einen stetigen Aufwärtstrend. Auch 2018: Die Bilanzsumme stieg um 1,9 Prozent auf 245,4 Millionen Franken, die Kundenausleihungen um 3,6 Prozent auf 201 Millionen Franken, die Kundeneinlagen um 1,9 Prozent auf 195,9 Millionen Franken.

Der Jahresgewinn stieg um 1,9 Prozent auf 375'237 Franken. Gesunken von 2'967 auf 2'914 ist die Mitgliederzahl. Ein Grund ist die demografische Entwicklung in den Tälern: Die Generalversammlung in Lauterbrunnen gedachte vieler Mitglieder, die 2018 verstorben waren.

Dass die Bank im Strukturgefüge von Raiffeisen auf 2020 zu klein sein wird, auch um personell die regulatorischen Vorschriften wahrzunehmen, war bereits 2018 angekündigt.

Bankenbegräbnis

Es gab dann einen Abgang bei den Mitarbeitenden, und so wurde jetzt bereits über die Fusion mit der Raiffeisenbank Jungfrau abgestimmt. «Ä geit um e Grebt», sagte Bankleiter Beat Bucher, der 1999 eine Bank fast ohne Eigenmittel übernommen hatte und sie jetzt mit Eigenmitteln von 8,89 Millionen in die Fusion einbringt.

Um beim Bild zu bleiben: Einen schönen Tod hatte die Raiffeisenbank Lütschinentäler nur bedingt. Bucher sprach vom Abschied vom Raiffeisengedanken, von der Gefahr fehlender Kundennähe und von einer katastrophalen neuen EDV von Raiffeisen Schweiz, die nicht am angekündigten Termin eingeführt werden konnte, die nicht richtig funktioniert und die seine Mitarbeitenden bis zu ihren Grenzen gefordert hat.

«Und dann liest man in der Zeitung, dass der EDV-Verantwortliche bei Raiffeisen Schweiz einen hohen Einstiegsbonus bekam.» Er sprach von der Verwurzelung im Tal mit Spenden und Sponsoring von 97000 Franken.

Bei der Fusionsabstimmung unter notarieller Aufsicht stimmten 104 Genossenschafter der Fusion zu, 5 lehnten sie ab. «Wir freuen uns auf eine weitere gemeinsame Zukunft in der neuen RBJ», sagte Verwaltungsratspräsident Peter Roth.

Vorgesehen ist, die Banken rund um Pfingsten zusammenzuführen. Die Mitarbeitenden werden alle weiterbeschäftigt, die Geschäftsstellen Grindelwald, Lauterbrunnen und Wengen werden erhalten. Peter Roth und Martin Schmied nehmen Einsitz im Verwaltungsrat der RBJ Genossenschaft. Roth stellte in seiner Präsidalansprache insbesondere das Raiffeisenprodukt Casa vor und rief dazu auf, ins Energiesparen an den Gebäuden zu investieren.

Berner Oberländer

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