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Rambazamba beim Doktor

Brienz«Bim Dokter»

Einen so unverstellten Blick in die Praxis eines Landarztes dürfte uns nicht mal eine Gesundheitssendung des Schweizer Fernsehens bieten: links das Ordinationszimmer mit Untersuchungsliege, Röntgenbilder-Leuchtkasten, Blutdruckmessgerät, im Hintergrund der Schreibtisch von Arztgehilfin Fränzi Hofer (gespielt von Caroline Santschi); und rechts das Wartezimmer. Es füllt sich ziemlich rasch mit Männern, Frauen und Damen, Menschen, die sich nach vielen Jahren wiedersehen – wie der in Australien reich gewordene Oskar Kohler (dargestellt von Adolf Bachmann) und die weniger erfolgreiche Geissenbäuerin Rosa Aeschbacher (Therese Santschi). Dragan Ismanovic (Kurt Künzli), auch ausserhalb der Arztpraxis als Simulant verschrien, legt sich mit Blicken mit Karolina von Wattenwil (Nelly Blatter) an. Sie hat es, wie die an ihr vorzunehmende Untersuchung sofort zeigt, auf den ihren attraktiven Haus- und Leibarzt Jürg Graf (Hannes Fankhauser) abgesehen. Lacher im Wartezimmer Unverhohlene Freude an der rot behuteten Dame hat auch der stimmgewaltige Hermann Wegmüller (Beat Siegrist); der aber ist von seiner Frau Marie (Martha Hulliger) über alle Masse bemuttert, sie begleitet ihn sogar ins Untersuchungszimmer, wo sich selbst der Doktor ihre Direktiven anhören muss. Apropos hören: Die überaus bescheidene, doch selbstsichere Gerda Wunderli (Christine Flück) hört schwer, versteht manches falsch und löst mit ihren Fehlinterpretationen immer wieder Lacher aus – im Wartezimmer wie im Premierenpublikum, das für ein volles Haus gesorgt hatte. Autor war früher Polizist Das 80-Minuten-Stück von Caroline und Manfred Stucki – er war seinerzeit als Kantonspolizist in Brienz stationiert –, die witzig-boshaft und lebensnah gezeigten Bilder aus dem Bereich medizinische Grundversorgung, vor allem aber das gekonnt lockere Spiel der Laiendarsteller unter der Regie von Paul Eggenschwiler bereitete den Brienzerinnen und Brienzern grosses Vergnügen. Speziell auch die turbulente Schlussszene, in welcher der sprachunsichere Polizist Räber (Mike Schärer) den lallenden und schwankenden Subaru-Fahrer Gottlieb Rösti dem Dorfarzt zum Bluttest vorführt. Seit 1929, also seit bald 85 Jahren, ist der Dramatische Verein bedeutender Teil der Brienzer Dorfkultur. Seine Aktiven proben und spielen nicht allein für die traditionellen Winteraufführungen, vielmehr bilden sie auch den Kern des Landschaftstheaters Ballenberg. Seit mehr als einem Jahrzehnt sammeln die Brienzer Laiendarsteller dort wertvolle Schauspielerfahrungen. André HugWeitere Aufführungen im Kinotheater Brienz, Beginn 20.15 Uhr: Mittwoch, 1.Februar, Freitag, 3.Februar, Samstag, 4.Februar (evtl. Zusatzvorstellung am Donnerstag, 2.Februar). Eintrittspreis 20 Fr. Vorverkauf: Papeterie Wydi, Brienz, oder über dramatischer-verein-brienz@ch. >

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