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Reduzierung des Gemeinderats möglich

leissigenBei der Gemeindeversammlung im Dezember müssen zwei Gemeinderäte ersetzt werden, doch bislang gibt es keine neuen Bewerber. Bleibt das so, ist auch eine Reduzierung auf fünf Gemeinderäte eine Option, denn die Kandidatensuche ist schwierig.

Von «Lebensschule» hat er geschrieben, die es sogar noch umsonst gebe, von der «innersten Zelle unserer Demokratie», denn «einen spannenderen Ort» habe unsere Demokratie nicht zu bieten. Das, wofür Leissigens Gemeindepräsident Daniel Steffen hier so engagiert wirbt, ist das Amt des Gemeinderats. Dass der Gemeindepräsident im Vorwort der kürzlich veröffentlichten Informationsbroschüre der Gemeinde so wortgewaltige Vergleiche zieht, hat einen simplen Grund: Zum Ende des Jahres treten Beatrix Wandfluh (Ressort Bildung) und Peter Steiner (Ressort öffentliche Sicherheit) vorzeitig aus dem Gemeinderat zurück. Bei der Gemeindeversammlung am 2.Dezember soll Ersatz gewählt werden, doch bislang fehlen die Kandidaten. Woran liegt dieses Desinteresse am öffentlichen Amt? «Das ist schwer zu sagen», erklärt Daniel Steffen, «es ist aber auch nicht das erste Mal.» Bisher sei es oft so gelaufen, dass die Gemeinderäte sich ihre zukünftigen Kollegen zusammengesucht hätten. Wer dann aufgestellt wurde, wurde auch gewählt. «Das entspricht aber nicht meinem Verständnis von Basisdemokratie», meint Steffen. Es wäre eigentlich Sache der Bevölkerung, ihre Vertreter zu bestimmen. Und: «In einem Dorf mit 1000 Einwohnern sollte es möglich sein, einen Gemeinderat zu besetzen.» Pendler ohne Interesse Eine mögliche Erklärung für das fehlende politische Engagement in der Gemeinde sieht der Gemeindepräsident im Wandel der Dorfbevölkerung: «Es hat vielleicht auch damit zu tun, dass sich Leissigen zu einem Ort entwickelt hat, in dem viele Menschen zwar wohnen, aber sonst nicht viel mit dem Dorfleben zu tun haben.» Steffen spricht die gewachsene Anzahl von Pendlern an, die sich in der Gemeinde am Thunersee ein Haus gekauft hätten, aber woanders arbeiteten. «Wenn man aber Ambitionen hat, in seinem Heimatort etwas zu bewegen, bietet das Amt des Gemeinderats eine hervorragende Chance, um kreativ zu gestalten. Dadurch, dass wir keine Parteien in Leissigen haben, hat man die Möglichkeit, Sachpolitik zu machen und keine Parteipolitik», ermuntert Steffen potenzielle Kandidaten. Hinzu kommen 2000 Franken im Jahr Pauschalentschädigung und Sitzungsgelder. Den Aufwand für das Amt gibt er mit etwa einem Abend pro Woche an: Der Gemeinderat kommt alle drei Wochen zusammen, dazwischen werde in den Kommissionen getagt. «Es kommt aber auch sehr auf das Ressort an.» In den Bereichen Bau, Sicherheit oder Bildung sei etwas mehr zu tun als in anderen Ressorts. Alternative: Von 7 auf 5 Sollte sich bis zum Abend der Gemeindeversammlung kein Leissiger bereit erklären, die Nachfolge von Beatrix Wandfluh und Peter Steiner anzutreten, dann besteht laut Daniel Steffen bereits ein «Alternativszenario, die beiden Sitze bis zu den Gesamterneuerungswahlen im Dezember 2012 vakant zu lassen und bis dahin die Diskussion zu führen, ob wir den Gemeinderat von 7 auf 5 Mitglieder reduzieren. Claudius Jezella>

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