Zum Hauptinhalt springen

Neue Lösung für das Lehrschwimmbecken

Die Schulanlage Mühlematt muss wegen Naphthalin-Belastung saniert werden. Im neuen Projekt hat es keinen Platz mehr für das Lehrschwimmbecken. Nun steht ein anderer Standort zur Debatte.

Die Schulanlage Mühlematt ist belastet mit Naphthalin.
Die Schulanlage Mühlematt ist belastet mit Naphthalin.
Christian Pfander

50 Millionen Franken kostet die Sanierung und Erweiterung der Schule Mühlematt. Es ist ein grosser Brocken für die Gemeinde Belp. Die Gemeindeversammlung wird am 19. März einen ersten Entscheid dazu fällen und über einen Kredit von 420'000 Franken für einen Projektwettbewerb befinden.

Seit in der Schulanlage Ende 2018 Naphthalin entdeckt wurde, sei die Lage besonders dringend, sagt Gemeindepräsident Benjamin Marti (SVP). Der Stoff, der in den Böden oder in den Wänden verbaut wurde, sorgte bei manchen Lehrern und Schülern zu Übelkeit oder Kopfschmerzen.

Trotz wirksamer Massnahmen sei die Situation für Schüler und Lehrer weiterhin belastend, sagt Marti. 700 Personen gehen in der Schulanlage täglich ein und aus. Mit der Sanierung soll der Stoff ein für alle Mal entfernt und entsorgt werden.

2027 sollen sämtliche Arbeiten abgeschlossen werden. Nebst der Sanierung der bestehenden Anlage ist ein Erweiterungsbau geplant. Somit soll das Schulhaus auch den Unterricht nach Lehrplan 21 ermöglichen, Stichwort Gruppenräume. «Die gibt es heute nicht», sagt Marti.

Zweite Sporthalle

Das Projekt beinhaltet auch eine neue Dreifachturnhalle. Die beiden kleinen Hallen Thalgut und Gurnigel sind marode und sollen abgerissen werden. Ein Vorteil dieser Lösung: Die Schüler müssten zwischen den Unterrichtsstunden nicht mehr den Standort wechseln. Die langen Velofahrten in die Neumatt würden entfallen.

Mit dieser Lösung sind auch die Tage des Lehrschwimmbeckens in der Mühlematt gezählt. Seit 45 Jahren lernen die Belperinnen und Belper in diesem Becken schwimmen. Im Herbst gab der Gemeinderat bekannt, dass man darauf künftig verzichten werde. Es würden Lösungen mit umliegenden Gemeinden gesucht.

Die Abklärungen hätten allerdings ergeben, dass es diese Lösung nicht gibt, weil die Anlagen einen vollen Belegungsplan aufweisen. «Dies hat zum Umdenken des Gemeinderats beigetragen», so Marti. Wenig überraschend kam auch von Schwimmlehrern und privaten Anbietern von Wasserkursen Protest. «Wenn es um die Zukunft des Lehrschwimmbeckens geht, zählt jede Stimme», schrieb etwa das Schwimmteam Belp.

Neu in der Neumatt

Das zeigte Wirkung, der Gemeinderat zog seinen Entscheid zurück. «Da fällt mir kein Zacken aus der Krone», sagt Marti. Nun lanciert der Gemeinderat einen Architekturwettbewerb für ein neues Lehrschwimmbecken. Es soll aber in der Neumatt gebaut werden.

Bis in acht Jahren werde es dort von der 1. bis 4. Klasse je drei Klassen pro Jahrgang geben, gegenüber je zwei Klassen in der Mühlematt. «Wir haben dort Baureserven.» Steigende Schülerzahlen machen ohnehin eine Erweiterung notwendig.

Die Stimmbevölkerung könne zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob sie das Becken tatsächlich will. Marti rechnet mit 6 Millionen Franken. «Es zieht auch Betriebskosten mit sich.»

Schon in der zweiten geplanten Dreifachturnhalle könnte man ein Überangebot sehen. Während die Schulraumerweiterung wohl unbestritten sei, könne man ein Lehrschwimmbecken auch als Luxus betrachten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch