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Rüeggisberg mag nicht mehr warten

gurnigelRüeggisberg steht als Standortgemeinde nicht mehr hinter dem geplanten nordischen Leistungssportzentrum Biathlon. Zu lange habe man auf konkrete Pläne gewartet, so die Gemeinde.

Seit Jahren diskutiert man in der Region Gantrisch über ein Nordisches Biathlon-Leistungssport-Zentrum auf dem Gurnigel. Nun hat die Standortgemeinde Rüeggisberg das Warten satt: Der Gemeinderat unterstützt die Ausbauidee des Langlaufzentrums nicht länger. «Solange wir bei einem solchen Grossprojekt weiter auf Abwarteposition gehalten werden, sind weitere Entwicklungen in diesem Gebiet blockiert», sagt der zuständige Gemeinderat Ueli Pfister (SP). Die Gemeinde forderte im April 2010, dass die seit langem versprochene Machbarkeitsstudie bis im Herbst vorliege. «Doch auch nach einer Fristverlängerung bis Ende Jahr haben wir nichts erhalten», sagt Pfister. Mit seinem Protest will der Gemeinderat nun ein Zeichen setzen. Das hat Hans-Rudolf Segessenmann im ersten Moment geärgert. Der Präsident des Nordischen Skiclubs Gantrisch setzt sich seit Jahren für den Ausbau des Zentrums ein. Bei der Machbarkeitsstudie sei zwar einiges schief gelaufen, räumt er ein. Doch liege seit kurzem ein Argumentarium eines Anwaltsbüros vor. Darin kommt das Büro zum Fazit, dass der Ausbau zonenkonform wäre. Er sei zudem mit dem in diesem Gebiet vorherrschenden Moorlandschaftsschutz vereinbar. Die Biathlonanlage sei für die regionale Wertschöpfung «unabdingbar» und folglich auch zur Aufwertung des Regionalen Naturparks Gantrisch wichtig. Auch Nationalrat Rudolf Joder (SVP) setzt sich für die Biathlonanlage ein. Im Februar ist ein Treffen mit dem Direktor des Bundesamts für Umwelt vorgesehen. «Die Frage des Moorland-schaftsschutzes ist zentral für alle Regionalen Naturpärke der Schweiz. Wenn wegen des Moorlandschaftsschutzes keine Ausbauten möglich sind, widerspricht dies dem Ziel der Pärke», sagt Joder. Diese Frage sei zu klären. Segessenmann will darauf drängen, bis Ende März konkrete Aussagen zu haben, um sich anschliessend an die Projektierung des Zentrums zu machen. Der Rüeggisberger Gemeinderat bleibt skeptisch: «Seit Jahren liegen irgendwelche Papiere vor und finden Treffen statt», sagt Pfister. Doch auch wenn ein Zentrum endlich konkret geplant werde, dauere es noch mindestens fünf Jahre, bis etwas entstehe. Denn es sei mit Einsprachen zu rechnen. Der Gemeinderat wolle deshalb die Diskussion lancieren, was an Stelle dieses Grossprojektes möglich wäre. Er denkt daran, den Tourismus mit den bestehenden Angeboten zu fördern. Sandra Rutschi>

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