Zum Hauptinhalt springen

Säen und ernten im Banne des Mondes

GartenarbeitBessere

Wer nach dem Mondkalender sät, pflanzt und erntet, muss sich gelegentlich schon mal die eine oder andere spöttische Bemerkung gefallen lassen. Zugegeben: Es gibt bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass der Mond Einfluss auf das Pflanzenwachstum hat. Wie jeder feste Körper besitzt er jedoch eine Anziehungskraft. Am deutlichsten zeigt sich der Einfluss des Mondes am Meer: «Die Anziehungskraft des Mondes ist die Ursache für die Gezeiten», erklärt Staudengärtnerin Patricia Willi. Die Inhaberin der gleichnamigen Wildstaudengärtnerei in Eschenbach LU glaubt an den Einfluss des Gestirns und gärtnert schon seit über zwanzig Jahren nach dem Mond. Sie geht von der Annahme aus, dass nicht nur grosse Wassermassen vom Mond beeinflusst werden, sondern auch kleine wie zum Beispiel die Pflanzensäfte. Auf- und absteigender Mond Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Position des Mondes am Himmel. Der Mond bewegt sich nicht in einer gleich bleibenden Höhe, sondern steht mal höher und mal tiefer zum Horizont. In der Deutschschweiz werden dafür die Ausdrücke «obsigend» für «aufsteigend» und «nidsigend» für «absteigend» verwendet. Mit «aufsteigend» ist gemeint, dass der Mond, dessen Umlaufbahn um fünf Grad von jener der Erde abweicht, jede Nacht in Bezug auf die Fixsterne etwas höher steht als in der vorhergehenden Nacht. Ist die höchste Position erreicht, erfolgt der Wechsel zu «nidsigend». «Dann werden die Pflanzensäfte mehr und mehr nach unten gezogen, das kann die Wurzelbildung fördern», so Willi. Bei «nidsigend» sei deshalb die optimale Zeit für Aussaat und Pflanzung, aber auch für Schnitt, da deutlich weniger Saft aus den Pflanzen tritt. Bei «obsigend» ist hingegen die Zeit der Ernte: «Aufsteigende Säfte fördern bei Obst und Gemüse eine bessere Haltbarkeit», sagt Willi. Noch genauer lässt sich mit dem Mond gärtnern, wenn man den Stand der Tierkreiszeichen berücksichtigt. Je nach Sternbild, in dem der Mond gerade steht, werden für den Mondkalender sogenannte Fruchttage, Wurzeltage, Blütentage oder Blatttage festgelegt (siehe Box). Hilfe durch Mondkalender Zugegeben, das alles tönt sehr schwierig und komplex. Es braucht vertieftes Wissen, damit man alle Zusammenhänge verstehen und auch richtig im Garten umsetzen kann. Doch das ist – zumindest zu Beginn – gar nicht nötig, denn es gibt praktische Hilfen in Form von Aussaatkalendern. Darin sind für jeden Tag im Jahr die entsprechenden Hinweise leicht verständlich angegeben. Wichtig ist dabei, dass man sich nicht darauf versteift, wie Willi betont. «Der Mondkalender nimmt keine Rücksicht auf die aktuelle Wetterlage. Herrscht an einem geplanten Aussaattag besonders kühle Witterung, sollte die Arbeit auf den nächsten günstigen Tag verlegt werden», erklärt die Fachfrau. «Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür für den Rhythmus der Natur.» Man dürfe sich durch den Mondkalender nicht stressen lassen, «sonst geht die ganze gute Energie verloren». Dem Mondgärtnern liegen uralte Überlieferungen zugrunde aus einer Zeit, in der die Menschen viel direkter mit den Zyklen der Natur verbunden waren. Bereits auf der Himmelsscheibe von Nebra aus der Bronzezeit sollen die idealen Termine für Aussaat und Ernte markiert sein. Das Gärtnern nach dem Mond ist jedoch umstritten. Es gibt zwar viele Verfechter, aber mindestens genauso viele Gärtner, die es für Humbug halten. Es sei eine Einstellungs- und Glaubenssache, sagt Willi. Für sie ist es jedoch logisch, dass der Mond einen Einfluss auf die Natur hat, was nicht zuletzt durch den Erfolg der Mondgärtner bewiesen wird. «Die Pflanzen sind kräftiger und gesünder.» Helen Weiss Literatur: «Aussaattage 2011», Mit Pflanz-, Hack- und Erntezeiten und günstigen Arbeitstagen für den Imker, Maria Thun, Fr. 19.90; Elisabeth Mitteregger: «Gärtnern nach Mondphasen mit Aussaatkalender 2011», Eugen Ulmer, Fr. 19.90. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch