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Satzgewinn gegen den Meister

VolleyballKöniz hat das Schlagerspiel gegen Volero

Besser als Maria Bertelli hätte es selbst Ronaldinho nicht machen können. Im Stile des brasilianischen Ballkünstlers schnippelt die Könizer Libera den Ball mit dem Fuss gefühlvoll über die Netzkante. Es ist ein Fallrückzieher aus dem Lehrbuch. Die Volleyballerinnen von Volero Zürich sind derart verblüfft, dass sie wie paralysiert auf dem Feld verharren. Der Ball fällt auf den Boden, Köniz macht den Punkt zum 3:2 im ersten Satz. «Ich stamme bekanntlich aus dem Mutterland des Fussballs», sagt Bertelli nach der geglückten Aktion mit einem Schmunzeln. Vor zwei Jahren sei ihr dieses Kunststück im Rahmen eines Länderspiels mit Grossbritannien schon einmal gelungen. Im Fussball gehörte die Britin lange Zeit ebenfalls zu den Besten ihres Landes. Die 1,71 Meter grosse Engländerin, vor 34 Jahren in Manchester geboren, dirigierte erfolgreich die Abwehr des Premier-League-Vereins FC Charlton Athletic. Bertelli beendete ihre Karriere gewissermassen auf dem Höhepunkt: Im Mai 2007 stand sie mit Charlton gegen das grosse Arsenal im FA-Frauen-Cupfinal. Der Vergleich im Stadion von Nottingham ging vor 24529 Zuschauern 1:4 verloren. Der gewonnene zweite Satz Maria Bertelli fiel aber nicht nur wegen ihres Fallrückziehers auf. Die Fachkraft für die Defensive antizipierte einige Schmetterangriffe von Volero mit Bravour. Der Lohn für die brennenden Unterarme: Szenenapplaus. «Uns fehlt noch etwas die Konstanz. Wir dürfen es gegen einen so starken Gegner nicht zulassen, dass er ein paar Punkte in Folge macht. Sonst setzt er sich ab», sagte Bertelli nach dem 1:3 (19:25, 26:24, 14:25, 19:25) gegen den Schweizer Meister, der er sich leisten konnte, die frischgebackene serbische Europameisterin Nadja Ninkovic als überzählige Mittelblockerin auf die Tribüne zu setzen. Was in dieser Saison für den neu formierten Berner Vorortsklub möglich ist, hat der gewonnene 2.Durchgang gezeigt. «An ihm müssen wir uns orientieren», sagte Luiz Souza. Der Könizer Teamchef bemängelte die zahlreichen Missverständnisse: «Wir haben uns das Leben mit Eigenfehlern selber schwergemacht. Uns fehlt noch etwas das Selbstvertrauen, ein Weltklasseteam wie Volero in Verlegenheit zu bringen. Wir arbeiten gegenwärtig an der Feinabstimmung.» Künftig müsse auch der Mittelblock konsequenter in die Aktionen mit einbezogen werden, forderte Souza. So ist Köniz weniger leicht auszurechnen. «Wir müssen variabler werden, sonst haben es unsere Angreiferinnen schwer.» 15 Punkte für Poljakowa Gestern zeigte nur Captain Antonina Poljakowa mit 15 Gewinnpunkten eine gute Leistung. Izabela Kozon (7) und die Führungsspielerin Anika Schulz (3) haben Steigerungspotenzial. «Nach dem gewonnenen zweiten Satz verkrampften wir uns. Wir spürten, dass Volero schlagbar ist. Wir wollten unbedingt gewinnen», sagte Poljakowa. Vermutlich haben die Könizerinnen nach dem Ausgleich zu viel herumstudiert – und den Fokus verloren.Thomas WältiTelegramm/Resultate Seite 29>

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