Zum Hauptinhalt springen

Schlag den Schurken

Eine Woche im Zeichen des Zorns: Morgen beginnt die Biennale Bern – mit einem

Es gibt viele Gründe, wütend zu werden. Zum Beispiel wenn ein Festival so üppig daherkommt, dass man glatt den Überblick verliert. Die jüngste Ausgabe der Biennale Bern (10. bis 18.September) widmet sich dem «ausserordentlichen Gefühl namens Wut» – und präsentiert an achtzehn Spielorten nicht weniger als drei Dutzend Veranstaltungen mit mehr oder weniger deutlichem Bezug zum Festivalthema. Umso verdienstvoller mutet es an, dass dem Publikum die Möglichkeit geboten wird, allfälligen Zorn gleich vor Ort abzulassen – oder künstlerisch zu sublimieren. Zum Beispiel bei der «Anger Release Maschine» im Stadttheater, das in den nächsten Tagen zum «Zentrum des Zorns» wird. Die «interaktive Skulptur» des Künstlerduos Yarisal&Kublitz funktioniert wie ein Selecta-Automat. Statt Snacks und Getränken enthält die wunderliche Wutmaschine allerhand Kitsch aus Glas und Porzellan, der förmlich danach schreit, zerschlagen zu werden. Letzteres lässt sich mittels Einwurf von Kleingeld bewerkstelligen. «Angry Coach» im Museum Sollte dies nicht genügen, ist ein Gang ins Kunstmuseum angezeigt, wo ein «Angry Coach» auf Kundschaft wartet. Unter seiner Anleitung können sich zornige Zeitgenossen an den vom südafrikanischen Künstler Kendell Geers entworfenen Fussbällen austoben, die mit Latexmasken von berühmt-berüchtigten Herrschern versehen sind. Schweizer Erstaufführung Wenn das nichts bringt, hilft nur noch der Gang an die frische Luft: Ein Stadtrundgang führt täglich zu Berner «Orten der Wut». Etwa zum Münster, wo Bilderstürmer während der Reformation ihre Spuren der Wut hinterliessen, oder zum Meret-Oppenheim-Brunnen, der in der Bundesstadt lange für hitzige Diskussionen sorgte. Zum Auftakt des Festivals morgen Abend geht im Stadttheater die erste Opernpremiere der Saison über die Bühne: «Wut» des Tessiner Komponisten Andrea Lorenzo Scartazzini basiert auf einer verbürgten Tragödie im Portugal des 14.Jahrhunderts und erzählt von der unglücklichen Liebe eines Prinzen, die am mörderischen Veto seines Vaters scheitert. Im Anschluss an die Premiere erhalten die Besucher im Stadttheaterfoyer die Gelegenheit, von den «härtesten Songs der Rockgeschichte», dargebracht von Sänger und Schauspieler Thomas U. Hostettler, zugedröhnt zu werden. Was will man mehr? meiFestival Biennale Bern: 10.–18.September, an zahlreichen Spielorten in der Stadt Bern. Weitere Infos und detailliertes Programm unter: www.biennale-bern.ch. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch