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Schöne Aussichten für das Hotel Bellevue des Alpes

Andreas und Silvia von Almen, das Hotelierehepaar des Bellevue des Alpes auf der Kleinen Scheidegg, mussten sich gestern viele Lobeshymnen anhören. Sie taten es gerne, die Chefs im «Historischen Hotel des Jahres 2011».

Das Hotel Bellevue des Alpes liegt auf der Kleinen Scheidegg nur einen Steinwurf von der Bahnstation entfernt, auf 2070 Metern über Meer. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Die 170-jährige Geschichte des Hauses mit seinen 56 Zimmern und 100 Betten, ist sicht- und spürbar. Die Drehtür schwingt den Gast ins Entrée, und dieser fühlt sich in die Zwanzigerjahre zurückversetzt. Vor der Schwingtür zur Bar von 1929 hängen die Fotos der Eigernordwand-Koryphäen. Details wie Lichtschalter oder Schlösser sind noch immer die Originale, und die Möbel stehen seit Jahrzehnten am selben Ort. «Das ist für mich ein magisches Hotel an einem magischen Ort», sagte Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, gestern auf der Kleinen Scheidegg, anlässlich der Wahl des Hotels Bellevue des Alpes zum «Historischen Hotel des Jahres 2011». Dieser Betrieb, so Schmid, habe trotz der Masse im Tourismus stets Klasse bewahrt. «Und die Auszeichnung ist zugleich auch Verpflichtung, diese Klasse zu bewahren», mahnte der Direktor. Qualität hochhalten Hotelier Andreas von Almen ist sich seiner Verantwortung bewusst und sieht die «ehrenvolle Wahl als Motivation, weiterzumachen und die Qualität hochzuhalten». Von Almen gab sich «erstaunt, wie fundiert die preisverleihende Trägerschaft ans Werk geht». Die seit 1997 verliehene Auszeichnung «Das historische Hotel/das historische Restaurant des Jahres» dient dem Zweck, bei Hoteliers und Restaurateuren den Willen zur Erhaltung der historischen Bausubstanz ihrer Betriebe zu fördern und das Bewusstsein für die Erhaltung und Pflege historischer Hotels und Restaurants in eine breite Öffentlichkeit zu tragen. Die Auszeichnung wird getragen von der Landesgruppe Schweiz des Icomos (International Council on Monuments and Sites, Internationaler Rat für Denkmalpflege) in Zusammenarbeit mit den Branchenverbänden Gastrosuisse und Hotelleriesuisse sowie Schweiz Tourismus. Wahl immer im Vorjahr Bereits zum fünfzehnten Mal seit 1997 hat die Jury, die sich aus Fachleuten in den Bereichen Denkmalpflege, Architektur, Geschichte, Gastronomie und Hotellerie zusammensetzt, «das historische Hotel des Jahres» erkoren. Das Bellevue des Alpes trägt fortan das geschützte Prädikat «Historisches Hotel des Jahres 2011». Die Wahl werde deshalb im Vorjahr vorgenommen, weil dadurch die Betreiber genug Zeit hätten, ihre Auszeichnung ins Marketing einfliessen zu lassen, sagte Eduard Müller, Präsident von Icomos Schweiz. Hotel aus Pionierzeit Zum ausgezeichneten Hotel sagte Jurypräsident Peter Omachen, der auch Denkmalpfleger des Kantons Obwalden ist, dass das Bellevue des Alpes für «die beispielhafte Erhaltung eines Hotels aus der Pionierzeit des Alpinismus und des Skisports – ein Juwel am Brennpunkt von Tourismus und Naturschönheit», ausgezeichnet worden sei. Speisesaal ist Grenzgebiet 1840 wurde das erste Berghotel, das spätere Bellevue, von der Familie Seiler auf der Kleinen Scheidegg errichtet und noch im 19.Jahrhundert erheblich erweitert. Das Hotel des Alpes wurde 1896 als Konkurrenz zum Bellevue erbaut. Adolf Seiler kaufte 1912 das Hotel des Alpes und verband die beiden Häuser 1929 durch einen Saalanbau. Mit diesem Zusammenbau wurden auch die Räume in beiden Häusern umfassend erneuert, und das Hotel Bellevue des Alpes erhielt sein heutiges Erscheinungsbild. Andreas von Almen, ein Nachfahre der Familie Seiler, hat zusammen mit seiner Frau Silvia in den letzten Jahren diese Pflege «sehr bewusst und feinfühlig weitergeführt», wie im Jurybericht nachzulesen ist. Dank diesem Engagement seien die Gänge, Säle, die Bar und die meisten Zimmer inklusive des Mobiliars im Zustand von 1929 erhalten geblieben. Speziell ist zudem, dass die Gemeindegrenzen von Lauterbrunnen und Grindelwald mitten durch den Speisesaal führen, wie Grindelwalds Gemeindepräsident Emanuel Schläppi bemerkte. «Von Almens beweisen mit ihrer Arbeit, dass das Hotel kein alter Kasten ist und sie Tradition und Kultur hochhalten», so Schläppi. Hans Urfer>

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