Schöne Aussichten für künftige Gäste rund um den Brünigpass

Lungern/Oberhasli

Wie entwickelt sich in Zukunft der Tourismus in Obwalden und im Oberhasli? Am Wirtschaftstreffen blickten Fachleute auf künftige Gästewelten.

Machte Standortbestimmung zur Region Brünig: Daniel Müller-Jentsch.

Machte Standortbestimmung zur Region Brünig: Daniel Müller-Jentsch.

(Bild: Anne-Marie Günter)

«Was wollen unsere Gäste von morgen?» Unter diesem Titel lud Brünig Dialog am 11. April zum 9. Wirtschaftstreffen Obwalden-Haslital-Brienz in den Brünig Park Lungern ein. Was kann der Gast in Zukunft erwarten? Während der Reise mit der selbstfahrenden Zentralbahn kann er sich die Landschaft digital anreichern und helfen, den virtuell ausgebüxten Siegermuni des Brünigschwingets einzufangen. Er kann sich zu Hause vom Hotel per App helfen lassen, die Koffer zu packen.

Vor Ort empfangen wird er dann von Menschen, die professionell auf seine Wünsche eingehen. Auf dem Titlis besucht er den Herzog-de-Meuron-Schweizer-Kreuz-Kristallturm, in dem er sich wie in einer Luxuslobby fühlt, kurz darauf erlebt er unberührte Natur im Gental. Im Berner Oberland geht er auf den Holzweg: Alte Zimmermannskunst und neue Top-Holzbauten sind erlebbar, auch in Obwalden gibt man mehr Acht auf schöne Dörfer. Alles Zukunftsbilder, die in den Referaten am Treffen gestreift wurden.

Viermal Strukturwandel

Begrüsst wurden die Teilnehmenden von hüben und drüben des Brünigpasses vom Obwaldner Regierungsrat Daniel Wyler. Sein Sorgenkind ist der Engpass Lopper, wo täglich durchschnittlich 28000 Fahrzeugen durchfahren, und als Chance sieht er die Machbarkeitsstudie Erlebnisregion Engelberg-Titlis–Melchsee-Frutt–Hasliberg.

Unter dem Titel «Gefangen in der Mitte?» machte Daniel Müller-Jentsch, Senior Fellow Avenir Suisse, eine Standortbestimmung zur Region Brünig. Wegen des Strukturwandels in der Demografie, im Bergtourismus, im Zweitwohnungssektor und im Energiesektor seien zentrale Quellen der Wertschöpfung in den Berggebieten infrage gestellt. Die Region Brünig sieht er mehr als Durchgangsgebiet denn als eigenständige Destination. Er ortet Potenziale für «hybride» Formen des Tourismus wie Kombipakete zwischen Städten und Bergtourismus, den Einbezug von Zweitwohnungsbesitzern, Kombinationen von Arbeit und Freizeit und Chancen als Erholungsorte vom Städtestress.

Leuchtturm Titlis

Top in die Zukunft geht die Titlisbahn. Mit der Erneuerung der Gipfelbauten, geplant von den Stararchitekten Herzog & de Meuron, mit hohen Umsätzen und mit dem Bekenntnis von CEO Norbert Patt, dass er sich nicht zwischen Klasse oder Masse entscheidet, sondern dass er beides will; und dies mit massgeschneiderten Angeboten.

Michael Schürch, der Geschäftsführer ZB Zentralbahn AG, stellte seine Bahn als innovatives Unternehmen vor, das die Geleise präventiv kontrolliert, Kurvengeräusche dämpft und gern möchte, dass die chinesischen Gäste nicht nur Luzern–Interlaken, sondern auch Interlaken–Luzern fahren. Nur digital begleitet, das zeigten Marianne Schüpbach und Daniela Hubert-Schläppi, Co-Leiterinnen des berufsbegleitenden Lehrgangs Gästebetreuung am BZI Interlaken, muss der Gast künftig nicht reisen: analoge, kompetente persönliche Betreuung bleibt gefragt.

Adrian Studer, Vorsitzender der Geschäftsleitung Beco Berner Wirtschaft, sprach im Schlusswort von möglichst guten Rahmenbedingungen, welche die Politik für innovative Unternehmen schaffe.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt