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Schoren: Werden Buslinien angepasst?

thunDie Stadtratsfraktion der Grünen fordert, dass im Gebiet Schoren Optimierungen von Verkehrsregime und ÖV-Anbindung geprüft werden.

Es tut sich was im Gebiet Schoren: Zwar kommt der von der Stadt propagierte Wirtschaftspark bisher nicht vom Fleck – dafür hat die erfolgreiche Firma Meyer Burger mit dem Bau des neuen Hauptsitzes an der Schorenstrasse begonnen und wird am 3. März die Grundsteinlegung feiern (wir berichteten). Diese Entwicklung hat die Stadtratsfraktion der Grünen im November 2010 dazu bewegt, ein Postulat einzureichen: Der Gemeinderat solle eine Gesamtverkehrsbetrachtung vornehmen sowie nötige Anpassungen der Strassenführung und eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Verkehr (ÖV) in die Wege leiten. Die Begründung der Grünen: Dass im Gebiet zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen, «führt zu Mehrverkehr, welcher möglichst erträglich für die Umwelt und Anwohnende abgewickelt werden soll». So sei eine attraktive ÖV-Anbindung erforderlich. Beim Meyer-Burger-Areal ist dies mit der STI-Linie 5 und dem 10-Minuten-Takt gewährleistet. Doch für den Schorenpark sei die Haltestelle der Linie 5 zu weit weg – und die näher liegende Haltestelle der Linie 55 wird nur jede halbe Stunde bedient. «Es stellt sich zudem die Frage, inwieweit eine neue Linienführung, welche das Schorengebiet zum Beispiel mit Thun Süd und dem Bierigut Allmendingen verbindet, sinnvoll und bedarfsgerecht wäre», schreibt die Fraktion der Grünen im Postulat. «Komplexe Aufgabe» Für den Gemeinderat ist diese Linienführung jedoch kein Thema. Aus der Korridorstudie Thun Nord von 2006 gehe hervor, dass für solch tangentiale Linienführungen keine ausreichende Nachfrage von Pendlern bestehe: «Die gefragtesten Ziele sind die Städte Thun und Bern» – und damit vor allem Bahnhof und Innenstadt. Die Erkenntnisse der Korridorstudie Thun Nord lassen sich laut Gemeinderat auch auf den Raum Thun Süd–Schoren übertragen, wie er in der Antwort auf das Postulat der Grünen schreibt. Doch auch der Gemeinderat sieht Verbesserungspotential, da das südliche Schorenquartier nur durch die Linie 55 im Halbstundentakt erschlossen ist. Nur: «Es handelt sich dabei um eine komplexe Optimierungsaufgabe mit einer Vielzahl von Variablen.» Werde eine Linie abgeändert, müssten auch andere angepasst werden. Besser sei es deshalb, die Linien von Grund auf neu zu planen. Was wiederum eine umfassende Abklärung im Rahmen der ordentlichen ÖV-Angebotsplanung erfordere. Diese «grosse Aufgabe könnte frühestens für das Angebotskonzept 2014-2017 angegangen werden», schreibt der Gemeinderat. Wichtig sei eine grundsätzliche, längerfristige Betrachtung bis ins Jahr 2030. Der Thuner Gemeinderat gibt zudem zu bedenken, dass eine deutliche Reduktion der Bundesbeiträge an den Regionalverkehr anstehe. Ein Ausbau des Angebots sei derzeit nicht möglich – ausser die Stadt Thun würde solche Massnahmen selber finanzieren, was die angespannte Finanzlage allerdings nicht zulasse. Anpassungen auch bei Strasse Für die Grünen sind auch in Sachen Strassengestaltung Anpassungen nötig. So würden heute etwa Gelenkbusse aufgrund der engen Platzverhältnisse bei der Kreuzung C.F.L.-Lohnerstrasse–Schorenstrasse regelmässig das Trottoir überfahren. Von einer angepassten Strassenführung versprechen sich die Postulanten auch, dass die Erschliessung des Meyer Burger-Areals optimiert werden könnte. Der Gemeinderat weist darauf hin, dass bei den Einspracheverhandlungen zum Meyer Burger-Projekt beschlossen wurde, zum Thema Verkehr eine Arbeitsgruppe zu bilden. Diese besteht aus Einsprechern und Stadtvertretern und werde ab dem laufenden Monat die Verkehrsfragen erörtern und Lösungsvorschläge ausarbeiten. Der Gemeinderat beantragt dem Parlament, das Postulat anzunehmen und gleichzeitig abzuschreiben, da die Prüfung mit der Stellungnahme bereits erfolgt sei. Der Stadtrat entscheidet an seiner Sitzung vom Donnerstag, 17. Februar. Michael Gurtner>

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