Schützen überstimmten den Gemeinderat

Frutigen

Die Frühjahrsgemeindeversammlung war relativ kurz, hatte es aber in sich. Die Schiessanlage Hubelhaus gab zu reden und sorgte für eine Überraschung.

Die Gemeinde Frutigen stimmte am Freitagabend über drei Vorlagen ab.

Die Gemeinde Frutigen stimmte am Freitagabend über drei Vorlagen ab.

(Bild: Bruno Stüdle)

Eine stattliche Anzahl von 203 Stimmberechtigten bevölkerte am Freitagabend für 70 Minuten den Frutiger Kirchgemeindesaal. Sie waren gekommen, um über drei Vorlagen des Gemeinderates abzustimmen.

Schiessanlage als Hauptthema

Tatsächlich gab der Antrag zur Schiessanlage am meisten zu ­reden und führte zu einer vom Schützenverein geplanten Kehrtwende. Markus Grossen erläuterte zu Beginn die Ausgangslage und den Plan des Gemeinderates.

Die Exekutive beschloss auf Begehren des Schützen­vereins, die gemeindeeigene Schiessanlage Hubelhaus umfassend zu sanieren. Nebst neuen Kugelfangkästen sollen gleichzeitig auch die Trefferanzeigen ersetzt werden.

Die Sanierung und der Ersatz kämen dabei auf 310'000 Franken zu stehen, wobei von dreizehn Scheiben ausgegangen wurde. Die Gemeinde müsste dabei 80 Prozent, der Schützenverein 20 Prozent zuzüglich 100 Prozent auf die drei zusätzlichen Scheiben bezahlen.

Im Namen der Schützen stellte Andreas Egger den neuen Antrag, die Gemeinde solle die Kosten für dreizehn Scheiben vollständig übernehmen. Der Schützenverein beteilige sich dafür zu 100 Prozent an drei Scheiben und übernehme die Kosten für Service und Unterhalt von jährlich 5000 Franken auf eine Nutzungsdauer nach HRM2 (harmonisiertes Rechnungslegungsmodell 2) von 40 Jahren. Dieser Antrag obsiegte mit 149 Ja-Stimmen klar über ­jenen des Gemeinderates, auf welchen lediglich 38 Stimmen entfielen.

Gesamthaushalt mit Plus

Den anderen Vorlagen folgte der Souverän ohne Diskussion. Laut Gemeinderat Niklaus Liechti schloss der Gesamthaushalt 2017 mit einem Ertragsüberschuss von 93'811 Franken ab.

Ausgeglichen zeigte sich der allgemeine Haushalt mit 30'909'674 Franken, Ertragsüberschüsse gab es bei der Wasserversorgung mit 1209, bei der Abwasserentsorgung mit 17'191 und beim Abfall mit 83'225 Franken, wogegen bei der Feuerwehr der Aufwand mit 7814 Franken überwog. Nachkredite waren keine zu genehmigen.

Der Fiskalertrag zeigte sich mit 1,216 Millionen Franken freundlich, wobei Niklaus Liechti auf Anfrage die «im üblichen Rahmen» liegenden Steuerausstände nicht beziffern konnte.

Trotz einer Bemängelung des hohen Aufwandes wurde das Vorhaben des Gemeinderates, die Kosten für den Kauf und die Implementierung einer neuen Software beim Regionalen Sozialdienst von 180'000 Franken und die jährlich wiederkehrenden Kosten von 20'000 Franken zu billigen, ohne Gegenstimmen befürwortet.

Berner Oberländer

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