Schulhaus-«Rucksack» kostet 5,85 Millionen Franken

Frutigen

Sanierung und Ausbau des Frutiger Widi-Schulhauses sorgten am Infoanlass der Gemeinde für Diskussionen.

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Es war kein Aprilscherz, die interessierten Stimmberechtigten am Montagabend ins Kirchgemeindehaus einzuladen, um ihnen die Informationen des Gemeinderates zu der Abstimmung vom 19. Mai 2019 darzulegen. Alle drei Vorlagen sind gemäss Gemeinderatspräsident Hans Schmid «von eminenter Bedeutung für die Einwohner der Gemeinde und versprechen Nachhaltigkeit».

Schulraum gab zu reden

Neben Schmid referierten Gemeinderätin Annelies Grossen (Ressort Soziales, Jugend und Gesundheit), Bernhard Rubin (Tiefbau, Verkehr und Wasserbau), Markus Grossen (Hochbau), Christof Pieren (Bildung) und Niklaus Liechti (Finanzen).

Das Hauptthema, auch finanziell gesehen, war sicher die Schulraumerweiterung in der Schulanlage Widi, verbunden mit dem geplanten Anbau und der Sanierung des Altbaus aus dem Jahr 1901. Das Ganze soll 5,85 Millionen Franken kosten, unterteilt in den Anbau (3,3 Millionen), Sanierung altes Schulhaus (1,34 Millionen), Dachausbau altes Schulhaus (900000 Franken) sowie Erdbebenertüchtigung altes Schulhaus (310000 Franken).

Christof Pieren stellte die Ausgangslage vor, wonach Schulraumknappheiten festgestellt wurden. Nach Prüfung des Bedarfs stellte sich heraus, dass vier Klassenzimmer, fünf Gruppenräume, je ein Material-, Lagerraum und Besprechungszimmer sowie persönliche Lehrerarbeitsplätze notwendig sind. Zudem besteht Bedarf für einen Aufenthaltsraum für Lehrpersonen, ausserdem benötigt die Tagesschule einen Ess- und Aufenthaltsraum.

Keine steuerlichen Folgen

Auf fünf Geschossen werden im vom Gemeinderat ausgewählten Anbauprojekt «Rucksack» gemäss Markus Grossen sieben Unterrichts- und fünf bis sechs Gruppenräume eingebaut. Das alte Schulhaus beherbergt nach der Sanierung im Dachraum den ganzen Lehrerbereich. Es ent­stehen dort drei Besprechungszimmer und eine zeitgemässe Arbeitszone. Das Treppenhaus und der Lift werden hinaufge­zogen.

Das Projekt gab vor allem aus finanzieller und steuerlicher Sicht zu reden. Niklaus Liechti gab dabei Entwarnung, «da Investitionen im periodisch erstellten Finanzplan eingebunden und die finanziellen Auswirkungen bekannt sind». Jedenfalls werden die Steuern nicht erhöht, nur wenn die Anlagen nicht mehr weiter unterhalten werden ­können.

Die beiden anderen Abstimmungsvorlagen sorgten für weniger Diskussionsstoff. Dass die enge und kurvenreiche Rinderwaldstrasse saniert und ausgebaut wird, ist schon lange ein Anliegen der dort wohnenden Menschen und war unbestritten.

Ebenso einig war man sich, dass die Schulsozialarbeit per 1. Januar 2020 in ein definitives Angebot mit weiterhin 160 Stellenprozenten sowie einem jährlichen Verpflichtungskredit von 238 700 Franken für wiederkehrende Ausgaben übergeführt wird. Abgestimmt wird allerdings erst am 19. Mai.

Berner Oberländer

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