Schwan verendet qualvoll

Faulensee

Neues Kapitel im Drama um die Schwäne Frieda und Fridolin in Faulensee: Eines der Tiere lebt nicht mehr - es verhedderte sich in einer Schnur.

Diese Schnur wurde dem verendeten Schwan buchstäblich zum Verhängnis.

Diese Schnur wurde dem verendeten Schwan buchstäblich zum Verhängnis.

(Bild: Christoph Buchs)

Rudolf Thomann ist regelmässig am Ufer des Thunersees unterwegs. Der Hobby-Ornithologe aus Faulensee ist fasziniert von der Vielfalt an Wasservögeln, die er hier zu beobachten gibt.

Auch am Freitagvormittag war Thomann wieder mit seinem Feldstecher beim Restaurant Seerose. Da fiel ihm der Schwan auf, der bei einem Bootssteg in Ufernähe im Wasser trieb. «Sofort war mir klar, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt.»

Ein Augenschein vor Ort bestätigte Thomanns Befürchtung: Der Schwan war nicht mehr zu retten. Er hatte sich in einer Schnur verheddert, die am Steg festgemacht war. «Es war für mich offensichtlich, dass der Schwan qualvoll verendet sein muss», so Thomann. «Der Kopf war unter Wasser, nur der Schnabel schaute heraus.»

«Es ist einfach traurig»

Thomann informierte telefonisch Ursula Bürki vom Tierschutzverein Niedersimmental. Sie sind sich einig, dass es sich beim toten Schwan um eines der Tiere handeln muss, die in den letzten Jahren unter den Namen Frieda und Fridolin bekannt geworden sind.

Vergangenen Frühling hatten Unbekannte mutmasslich das brütende Paar mit Steinen weggescheucht und die Eier zerstört. Die Geschichte nahm doch noch eine glückliche Wendung: Anfang Juli schlüpften aus einer neuen Brut zwei Schwanküken.

«Es ist einfach traurig», sagt Ursula Bürki gegenüber dieser Zeitung. Man habe sich um das Schwanpaar gekümmert, ein Stück Rasen sogar mit einem Zaun abgesperrt, damit die Tiere ungestört brüten konnten.

«Dass nach dem Vorfall vom vergangenen Jahr jetzt ein Schwan auf diese Weise umkommt, ist unschön.» Immerhin sei diesmal nicht davon auszugehen, dass Vandalen im Spiel waren. «Der Schwan hat sich offensichtlich selber in der Schnur verheddert.»

Fallwild ist meldepflichtig

Ob es sich beim toten Tier um Frieda oder Fridolin handelt, kann derzeit nicht gesagt werden. Gemäss Ursula Bürki lassen sich die Tiere an der Grösse der Höcker auf den Schnäbeln unterscheiden. Nur: Als diese Zeitung kurz nach Mittag mit Rudolf Thomann einen Augenschein nehmen wollte, war der Schwan weg. Jemand hatte ihn aus dem Wasser entfernt.

Wird in der Natur ein verendetes Tier entdeckt, ist umgehend die Wildhut zu informieren. «Hier sprechen wir von Fallwild, und dies ist meldepflichtig», sagt Wildhüter Peter Schwendimann auf Anfrage. Die Tiere kommen dann in die Kadaververbrennung.

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