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Schwitzen mit der SP Thun

Doris Leuthard machte es einst vor: Mit dem Thema Körperpflege lassen sich Wählerstimmen gewinnen. Die Aargauerin schaffte 1999 den Sprung in den Nationalrat. Damals machte die CVP-Politikerin ein erstes Mal über die Kantonsgrenzen hinweg auf sich aufmerksam, als sie im Wahlkampf Tausende von Duschgelbeuteln mit ihrem Porträt bedrucken und verteilen liess. «Duschen mit Doris» hiess die Schlagzeile der «Aargauer Zeitung» zu diesem Werbegag, die sich in der Folge zum heimlichen Wahlslogan entwickelte. Der Mann, der die Kampagne damals gestaltete, heisst Reto Nause – mittlerweile CVP-Gemeinderat in der Stadt Bern. Das Thema hat nun auch die SP Thun für sich entdeckt. Sie reichte im Stadtrat eine Interpellation ein für Duschmöglichkeiten am Arbeitsplatz. Grund: Wenn am Arbeitsplatz geduscht werden könnte, würden mehr Leute mit dem Velo zur Arbeit fahren, so die Überlegung der SP. Dass diese Gleichung aufgeht und sich die Ausgabe von mehreren Zehntausend Franken auszahlen wird, darf bezweifelt werden. Wer Velofahren will, ist schon heute mit dem Radel unterwegs. So zirkuliert jeweils die Mehrheit des Gemeinderates per Velo durch die Thuner Innenstadt. Dass die Bewegungsmuffel wegen der Aussicht auf eine Dusche am Arbeitsplatz umsteigen, ist wohl zu bezweifeln. Eventuell müsste die SP Unterstützung leisten und wie einst Doris Leuthard Duschgel verteilen und Plakate mit dem Slogan «Duschen mit Franz» und/oder «Duschen mit Sandra» aufhängen. Das könnte sich dann für SP-Präsident Franz Schori und SP-Stadträtin Sandra Rupp, Erstunterzeichnerin der Interpellation, auch bei den nächsten Wahlen positiv auswirken. Zusätzlich liesse sich die Interpellation noch ausbauen. Wieso nicht auch eine Sauna in den Verwaltungsgebäuden einbauen: Das dient schliesslich auch der Gesundheitsförderung und könnte auch einem positiven Arbeitsklima zuträglich sein. Das ergäbe nochmals einen griffigen Slogan: «Schwitzen mit der SP Thun». r.drenkelforth@bom.ch>

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