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SCL beisst im Schoren auf Granit

LangenthalDie Fronten sind verhärtet: Der SC Langenthal möchte den Betrieb in der Eishalle Schoren übernehmen, auf ein konkretes Gespräch wartet VR-Präsident Stephan Anliker bis jetzt allerdings vergeblich. Das nervt ihn.

Knapp ist die Kunsteisbahn Langenthal AG (KEB) an einem finanziellen Desaster vorbeigeschlittert. Der Schuldenberg war beträchtlich, die Kasse leer, ein Nein an der Urne hätte die Betriebsgesellschaft in den Ruin getrieben. Doch es kam anders. Vor einem Jahr genehmigten die Langenthaler ein 3 Millionen Franken teures Sanierungspaket. Seither sind die Schulden vom Tisch, und KEB-VR-Präsident Hans Beer kann sich daran machen, eine «funktionierende Eisbahn herzustellen und neu zu positionieren», wie er sagt. SCL braucht mehr Einnahmen Mehrere Baustellen wurden im Sommer behoben, andere will Beer demnächst anpacken. In aller Ruhe wird er dies nicht tun können. Denn schon wieder ziehen Gewitterwolken auf, und auch diesmal geht es um viel Geld. Der SC Langenthal als Hauptmieter möchte im Schoren mehr Einnahmen generieren und den Stadionbetrieb als Ganzes übernehmen. Die KEB bräuchte es in diesem Fall nur noch als Immobiliengesellschaft. «Wir könnten Synergien nutzen und die Abläufe optimieren. Das würde am Ende allen Parteien dienen», ist SCL-VR-Präsident Stephan Anliker überzeugt. Dass er gerade jetzt mit dem Übernahmevorschlag kommt, ist kein Zufall. Der KEB stehen gewichtige Personalwechsel bevor. Ende Saison gehen Betriebsleiter Alfred Marending und dessen Stellvertreter Ernst Nyffenegger in Rente. Annemarie Ammann, Gerantin des Restaurants, steht ebenfalls vor der Pensionierung, VR-Präsident Hans Beer erreicht das Pensionsalter im Frühling 2013. Auf diesen Zeitpunkt tritt er als Direktor der Industriellen Betriebe Langenthal zurück. Das müsse aber nicht heissen, dass er auch bei der KEB demissioniere. «Bei dieser Frage werde ich mich nicht zu einem Entscheid drängen lassen.» Das heftige Forechecking des SC Langenthal hat Beer sehr wohl zur Kenntnis genommen. «Wenn der SCL einen Regimewechsel will, muss er bereit sein, einen adäquaten Pachtzins zu bezahlen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Rechnung für ihn am Ende aufgehen würde.» «Riesiger Nachteil» Aktuell überweist der SCL der KEB netto rund 200000 Franken Eismiete pro Saison. Dafür darf er die Eishalle nutzen, im Stadion aber kein Essen und auch keine Getränke verkaufen. «Das ist ein riesiger Nachteil gegenüber anderen NLB-Teams», beschwert sich Anliker. Immerhin: Eine Pauschale von 20000 Franken erhält er für die Verkäufe in den Gastrozelten vor dem Stadion. Auch hier wirtet die KEB – und der SCL schaut zu. «Aus den Möglichkeiten, die der Schoren bietet, könnten wir mehr machen», ist Anliker überzeugt. Er nehme die Wünsche des SCL zur Kenntnis, entgegnet Hans Beer. Wer im Schoren die Gastronomie betreibe, sei allerdings Sache des KEB-Verwaltungsrates. «Und er steht klar hinter der aktuellen Lösung. Auch von der Stadt als Hauptaktionärin habe ich nichts Gegenteiliges gehört.» Echte Gesprächsbereitschaft klingt anders. «Wir brauchen endlich einen runden Tisch, um all die Punkte besprechen zu können», nervt sich Anliker. Doch die KEB und die Stadt würden konstruktive Gespräche nach wie vor verweigern. «Wir erhalten nicht mal die notwendigen Zahlen, damit wir berechnen können, was eine Übernahme des Gesamtbetriebes finanziell für uns bedeuten würde.» Stefan Schneider >

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