Zum Hauptinhalt springen

Sechster Einsatz am Classic Openair

Bereits zum sechsten Mal steht der Italiener am Classic Openair im Einsatz. Dabei wollte er eigentlich gar nie Sänger werden.

Startenor Mario Malagnini: Er wohnt immer im gleichen Zimmer im Hotel Krone.
Startenor Mario Malagnini: Er wohnt immer im gleichen Zimmer im Hotel Krone.
Beat Mathys

Er ist bekannt in Solothurn. Wer in diesen Tagen mit dem italienischen Startenor Mario Malagnini durch die Altstadt flaniert, kommt nicht schnell vorwärts. Ständig kommen Fans auf ihn zu, gratulieren ihm zum letzten Auftritt und erkundigen sich nach seinem Wohlbefinden. «Das freut mich natürlich sehr», sagt der Italiener und lächelt etwas verlegen. «Ich singe ja schliesslich nicht nur zu meinem eigenen Vergnügen, sondern auch, weil ich dem Publikum etwas geben möchte».Dem Solothurner Publikum hat er bereits besonders viel gegeben: Zum sechsten Mal tritt Malagnini in diesem Jahr am Classic Openair auf. «Ich hatte auch jedes Mal dasselbe Zimmer im Hotel Krone. Für mich ist es fast wie meine Ferienwohnung», sagt er.Um die ganze WeltSeine Arbeit führte Malagnini schon um den gesamten Globus. In ganz Europa, in den USA oder auch in Asien stand er bereits auf der Bühne. Reisen sei einer der grossen Vorteile in seinem Beruf. «Ich denke, man reift als Mensch dadurch, wenn man etwas von der Welt kennenlernt.» Kaum sei er einige Wochen bei sich zu Hause am Gardasee, packe ihn wieder das Fernweh. «Bin ich aber einige Wochen von zu Hause weg, habe ich gleich wieder Heimweh», sagt er und zuckt mit den Schultern. Nach Solothurn komme er aber jeweils besonders gern, versichert der Startenor. «Die Altstadt ist wunderschön. Es ist sehr ruhig und es hat kaum Verkehr.» In Solothurn könne er sich besonders gut entspannen. Als Naturliebhaber geniesse er es, in den Wäldern oder der Aare entlang zu spazieren. «Bisher habe ich auch in jedem Jahr eine Wanderung auf den Weissenstein unternommen», meint er stolz. «Einzigartiges Festival»In seinen zahlreichen Auftritten am Classic Openair hat Malagnini auch das Solothurner Wetter von all seinen Seiten kennengelernt. «Ein Auftritt unter freiem Himmel ist zwar sehr schön, aber nicht einfach», weiss er. Man fange sich leicht eine kleine Erkältung ein, die auch die Stimme beeinflusse. Trotzdem bevorzugt er den Auftritt auf der St.Ursen-Bastion gegenüber der Reithalle. «In der Reithalle ist zwar die Akustik besser, aber ein Auftritt unter freiem Himmel hat mehr Magie», schwärmt Malagnini.Nur lobende Worte findet der ehemalige Posaunist für die Organisatoren des Festivals. «Die Ausstattungen und die Inszenierungen werden von Jahr zu Jahr besser», lobt er. Etwas besonderes am Solothurner Classic Openair sei, dass jeden Abend eine andere Oper oder ein anderes Konzert gespielt werde. Malagnini: «Für den Zuschauer wird das Festival dadurch viel attraktiver, für den Organisator viel aufwändiger.»Als Malagnini sein Studium am Konservatorium in Brescia aufnahm, wollte er eigentlich Posaune studieren. Die Oper mochte er damals noch nicht. Nie, nicht mal unter der Dusche, habe er selber gesungen. Erst als er widerwillig einen Kollegen bei einer Oper-Probe vertreten musste, habe er sich in den Gesang verliebt. «Als ich meinen Eltern gesagt habe, dass ich jetzt Gesang studieren möchte, haben sie mich für verrückt gehalten», erinnert er sich. Durch seine Posaunenausbildung habe er die richtige Atmung bereits erlernt. Der Rest sei angeboren. «Ich denke, Singen kann man nur bedingt lernen. Ich bin mit meiner Stimme zur Welt gekommen», sagt der Startenor so, als würde er sich dafür entschuldigen.Siebter BesuchIn diesem Jahr stand Malagnini als Don José in «Carmen» auf der St. Ursen-Bastion, am Samstag wird er als Alfredo Germont in «La Traviata» zu sehen sein. Seine Rückkehr nach Solothurn im nächsten Sommer steht bereits fest: «Den Vertrag habe ich schon unterschrieben.» In Verdis «La Forza del Destino» will er das Solothurner Publikum im Jahr 2010 begeistern. «Es ist eine der schwierigsten und schönsten Opern. Leider hatte ich bisher noch nie die Gelegenheit, darin aufzutreten.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch