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Bieler Psychiaterin darf definitiv nicht mehr praktizieren

Eine Psychiaterin aus dem Kanton Bern darf wegen beruflichen Verfehlungen ihren Beruf definitiv nicht mehr ausüben. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der seit 1996 in Biel tätigen Frau abgewiesen.

Nach Ansicht der Richter in Lausanne ist der Entzug der Bewilligung verhältnismässig.
Nach Ansicht der Richter in Lausanne ist der Entzug der Bewilligung verhältnismässig.
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Auslöser des Falls waren Aufsichtsanzeigen gewesen, die ehemalige Patienten gegen die heute 69-jährige Ärztin und Psychiaterin eingereicht hatten. Unter anderem hatte sie Patientenakten im Wartezimmer herumliegen oder Patientinnen Botengänge für sie erledigen lassen.

Im Fall einer Patientin mit Selbstgefährdungspotential hatte sie die angefangene Therapie abrupt abgebrochen, ohne für eine Überweisung an eine andere Fachperson zu sorgen. Bei Einzelsitzungen im Rahmen einer Paartherapie erzählte sie den Ehepartnern Unwahrheiten über den jeweils anderen.

Das Berner Kantonsarztamt entzog ihr im Dezember 2009 die Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung, was im vergangenen März vom Verwaltungsgericht bestätigt wurde. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der Betroffenen nun ebenfalls abgewiesen.

Laut Gericht ist aufgrund der Vorfälle weder die psychische Gewähr noch die Vertrauenswürdigkeit für eine einwandfreie Berufsausübung gegeben. Die Geschichte mit dem Anschwärzen der Ehepartner sei umso verwerflicher, als die Ärztin ihnen verboten habe, zusammen über die Inhalte der Einzelsitzungen zu sprechen.

Uneinsichtig und Wiederholungsgefahr

Nach Ansicht der Richter in Lausanne ist der Entzug der Bewilligung auch verhältnismässig. Die Betroffene habe durch ihre Uneinsichtigkeit und mangelnde Kooperationsbereitschaft selber zur Überzeugung der Behörden beigetragen, dass sich ihr Verhalten jederzeit wiederholen könnte.

Insgesamt sei das öffentliche Interesse am Schutz der Patienten höher zu gewichten als das private Interesse der Beschwerdeführerin, weiter praktizieren zu dürfen. Erfolglos blieb schliesslich auch ihr Argument, es sei ihr eine würdige Beendigung ihres Berufslebens zu ermöglichen. (Urteil 2C_389/2012 vom 12.11.2012)

SDA/tag

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