Zum Hauptinhalt springen

Briefschreiber ist überführt

Ein anonymer Briefschreiber hat in den letzten Monaten für Unruhe bei der Lehrerschaft gesorgt. Letzte Woche ist er ermittelt worden.

Ein Bieler Lehrer hat mit anonymen Briefen viel Unfrieden bei seinen Kollegen gestiftet (Symbolbild).
Ein Bieler Lehrer hat mit anonymen Briefen viel Unfrieden bei seinen Kollegen gestiftet (Symbolbild).
BT

Seit Jahresanfang sorgte ein anonymer Briefschreiber für Unruhe in Biel: Mehrere französischsprachige Sekundarlehrkräfte sahen sich mit Zuschriften «verleumderischen und beleidigenden Inhalts» konfrontiert, wie Bildungsdirektor Cédric Némitz bestätigt. Tatsächlich war die Post an die Lebenspartner der Personen adressiert. «Die Schreiben enthielten Anschuldigungen über ein angebliches Verhältnis zu einer anderen Frau», so Némitz. Der Fall wurde der Polizei bereits im Winter gemeldet. Trotzdem gelang es dem Anonymus, über 30 Briefe zu versenden.

Seit dem 26. Juni hat der Spuk ein Ende: Die Polizei konnte einen Lehrer des Oberstufenzentrums Les Platanes als mutmasslichen Verfasser der Briefe überführen. «Der Angeschuldigte ist teilweise geständig», bestätigt der Sprecher der Kantonspolizei Christoph Gnägi.

Nach den ersten anonymen Briefen soll sich laut Aussagen von Betroffenen ein unerfreuliches Arbeitsklima innerhalb der Lehrerschaft entwickelt haben, das durch Verdächtigungen und Befürchtungen gekennzeichnet war. Jedenfalls sind die Betroffenen nicht besonders glücklich über das Krisenmanagement ihrer Behörde.

Im Namen Marias

Immerhin war der mittlerweile enttarnte Briefeschreiber bereits im November aufgefallen, als er erklärte, «im Namen der Heiligen Jungfrau Maria» zu handeln und «die reine Wahrheit über Stimmen zu empfangen». Die verantwortlichen Instanzen hätten nicht entschieden genug auf diese Alarmsignale geantwortet, berichten Beteiligte gegenüber dieser Zeitung. In der Kritik steht in erster Linie der Bieler Abteilungsleiter Schule und Sport, Peter Walther.

Gemeinderat Némitz widerspricht dieser Darstellung: «Peter Walther und ich haben die Entwicklung «auf den Millimeter genau» verfolgt.» Die Schulbehörde habe die notwendigen Massnahmen ergriffen, um das Arbeitsklima zu schützen, erklärt Némitz. Letzte Woche hatte Némitz die Lehrer persönlich im Schulhaus Les Platanes über die Entwicklung informiert und sich bei dieser Gelegenheit für die Unterstützung bedankt.

SDA/masp/pl

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch