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Feintool schliesst Standort Aarberg

Das Lysser Industrieunternehmen Feintool rechnet dieses Geschäftsjahr mit einem Reinverlust bis zu 70 Millionen Franken. Es wechselt die Führung und schliesst auf Januar 2010 den Standort Aarberg. 28 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Die Produktion von Automatensystemen in Aarberg wird in den Standort Huttwil BE integriert, wie Feintool am Dienstag mitteilte. Die Auftragslage sei schlecht, die Produktion nicht wettbewerbsfähig.

Trotz der Fusion lasse sich ein Stellenabbau in Aarberg nicht vermeiden. Bis Ende 2009 sollen weltweit gar rund 450 Stellen abgebaut sein. Für die betroffenen Mitarbeitenden in Aarberg werde ein Sozialplan erarbeitet.

Die Angestellten Schweiz begrüssen laut einer Mitteilung vom Dienstag, dass ein Jobcenter für die Entlassenen geschaffen werde. Besonders für Lehrlinge sei es wichtig, dass sie eine gleichwertige Ersatzlehre absolvieren könnten.

Bereits im Frühling hatte Feintool die unrentable Produktion von Kunststoffverbundkomponenten aufgegeben. Von der Schliessung der Mühlemann AG in Biberist SO sind rund 200 Mitarbeiter betroffen.

Flaute in Auto-Industrie

Zu schaffen macht Feintool vor allem die Flaute in der Auto- Industrie, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Für das Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende September) rechnet das Unternehmen mit einem Betriebsverlust (EBIT) zwischen 55 Millionen und 60 Millionen Franken.

Ausserdem geht Feintool davon aus, dass der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um 35 Prozent einbricht. Ohne die hohen Auftragsbestände aus dem Vorjahr, wäre der Rückgang noch drastischer ausgefallen, wie es heisst. Die detaillierten Zahlen werden Anfang Dezember veröffentlicht.

Joint Venture eingestellt

Vom Tisch ist auch das im vergangenen September angekündigte Joint Venture mit dem US-amerikanischen Automobilzulieferkonzern BorgWarner. Die Aktivitäten auf dem dortigen Markt seien «wegen der dramatischen Entwicklung» eingestellt worden. Feintool geht nicht davon aus, dass diese mittelfristig wieder aufgenommen werden.

Für das kommende Geschäftsjahr zeigt sich Feintool hingegen zuversichtlicher. Je nach Bereich zeichne sich ab, dass sich der Markt etwas erholen werde.

Neue Führung

Nachdem Feintool in den vergangenen Jahren immer wieder mit Wechseln im Management für Schlagzeilen gesorgt hat, soll nun ein neues Führungsduo das Unternehmen aus den roten Zahlen bringen. Der neue CEO Heinz Loosli, der seit über 13 Jahren bei Feintool tätig ist, tritt sein Amt am 1. Oktober an.

Er folgt auf Interimschef Alexander von Witzleben, der sich auf das Verwaltungsratspräsidium zurückzieht. Von Witzleben hatte die operative Führung nach dem Abgang von Joachim Kaufmann übernommen. Dieser war nur etwas mehr als zwei Jahre im Amt.

Zum Nachfolger von Finanzchef Jürg Wenger wurde Thomas Bögli ernannt. Bögli arbeitete zuletzt als Finanzchef beim Dentalimplantate-Hersteller Nobel Biocare.

Feintool ist in der Feinschneide- und Umformtechnologie tätig. Die auf Feintool-Anlagen produzierten Teile werden in der Auto- Industrie verwendet, beispielsweise bei der Sitzverstellung, den Bremsen oder im Getriebe.

SDA/js

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