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Freiluft-WCs der Fahrenden sorgen für Ärger

Dieselbe Familie von Fahrenden, die in Wynau Empörung auslöste, ist nun in Rapperswil stationiert. Auf dem Feld von Bauer Thomas Rutsch stehen 20 Wohnwagen. Und der Landbesitzer steht zwischen zwei Welten.

Am Sonntag wollen sie wieder weiterziehen: Die Fahrenden aus Strassburg haben sich für eine Woche auf dem Feld von Bauer Thoams Rutsch an der Hauptstrasse bei Dieterswil installiert. Das freut nicht alle Anwohner.
Am Sonntag wollen sie wieder weiterziehen: Die Fahrenden aus Strassburg haben sich für eine Woche auf dem Feld von Bauer Thoams Rutsch an der Hauptstrasse bei Dieterswil installiert. Das freut nicht alle Anwohner.
Urs Baumann

Leere Pampersschachteln, Kot und WC-Papier am Wegrand, Abfallsäcke überall: Das Land von Bauer Thomas Rutsch an der Hauptstrasse bei Dieterswil bildet zum schönen Herbstwetter einen unschönen Kontrast. Auf den ersten Blick scheint Rutsch jedoch locker damit umzugehen. Mit den Kindern der Fahrenden aus Strassburg, die sich auf seinem Grundstück niedergelassen haben, flitzt er auf einem Rasenmäher übers Feld.

Doch Rutsch ist gespalten: Er sei überrumpelt worden, als die Fahrenden ihn am Sonntag um eine Bleibe gebeten haben, erzählt der Landbesitzer. «Im Nachhinein würde ich ganz klar Nein sagen.» Nicht, weil er diese Menschen nicht möge, sondern vor allem weil Anwohner reklamieren.

«Das ist alles gelogen»

Dieselbe Familie hatte bis letzte Woche in Wynau für rote Köpfe gesorgt. Aus anfänglich 3 Wohnwagen wurde eine Karawane aus 14. Und diese habe das Land nicht zum vereinbarten Termin verlassen. Zudem empörten sich die Anwohner über das Freiluft-WC und den Abfall.

In Rapperswil gastieren jetzt sogar 20 Wohnwagen. «Was in diesem Bericht steht, ist alles gelogen», sagt Kotschak Porado. Der Fahrende spricht gut Deutsch. Sofort schart sich ein halbes Dutzend Männer um ihn, als er den Zeitungsbericht aus Wynau in den Händen hält. Für die Abfallentsorgung hätten sie in Wynau 170 Franken bezahlt, das Geschäft im Wohnwagen verrichtet, betont Porado.

Die unzähligen Abfallsäcke, die nun auf Rutschs Feld rumliegen, würden am Freitag vom Werkhof abgeholt, sagt Porado. «Das werde ich mir bestätigen lassen», sagt der Landwirt. Und zum Wohnwagen-WC meint er: «Ich habe anderes beobachtet. Aber bei schönem Wetter ist das ja nicht so schlimm.»

Kritik von den Nachbarn

Doch Thomas Rutsch hat ein mulmiges Gefühl. «Ich kann kaum schlafen», sagt der Bauer. Der Druck kommt vor allem seitens der Nachbarn. Es habe ihn sogar eine Frau aus Grossaffoltern angerufen, die Angst hatte vor den Elsässern. «Ich habe der Sippe dann gesagt, sie sollte sich lieber nicht im Dorf zeigen.»

Auch der Rapperswiler Gemeindepräsident Fritz Ruchti (SVP) weiss von den Fahrenden. «Die Wohnwagen stehen auf privatem Grundstück, da kann die Gemeinde nichts machen.» Abreisetermin ist der Sonntag. Für diese Woche bezahlen die Fahrenden gemäss Porado 350 Franken, Rutsch äusserte sich nicht zum Preis.

Abfall im Wald entsorgt

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Wohnwagen-Karawane in Rapperswil Halt macht. «Vor 8 Jahren musste die Gemeinde einschreiten», erinnert sich der Gemeindepräsident. Die Fahrenden hätten den Abfall im Wald weggeschafft, die Gemeinde verlangte eine Kaution. «Die haben sie diskussionslos bezahlt.»

Die Kinder betteln bei Rutsch für eine weitere Runde auf dem Rasenmäher. Der Bauer: «Am Sonntag müssen die Wohnwagen weg sein.» Da müsse er die Gülle ausfahren.

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