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Geiselnahme und Schlägereien unter Tamilen

Wegen Geiselnahme, versuchter vorsätzlicher Tötung und weiteren Delikten haben sich vor dem Kreisgericht Biel-Nidau sechs Tamilen oder Schweizer tamilischer Herkunft zu verantworten.

Der am Montag eröffnete Prozess dauert bis am 20. März.

Einer der Angeschuldigten gehörte zu einer Gruppe von sieben Personen, die vor einem Jahr in Bern eine Geburtstagsfeier stürmte und dabei den Gastgeber und mehrere Gäste verletzte. Zwei von ihnen werden 28 Einbruchdiebstähle in Autos und Versuche dazu vorgeworfen, begangen in den Regionen Bern und Freiburg.

Gegenseitige Rache für Schlägereien

Der zuvor in Biel wohnhafte Hauptangeklagte gab bei den schwersten ihm zur Last gelegten Delikten nur einen geringen Tatbeitrag zu. Mit der Geiselnahme - juristisch eventuell als Freiheitsberaubung und Entführung einzuordnen - wollte er herauszufinden, wer ihn sechs Tage zuvor geschlagen hatte.

Laut einigen der Mitangeklagten beabsichtigte er, dann Rache zu üben und die Täter mit seinen Kumpanen seinerseits zu «vermöbeln».

Eines der beiden Entführungsopfer erklärte, bei den gesuchten Schlägern habe es sich um Verwandte von ihm gehandelt. Diese hätten sich dafür gerächt, dass der Hauptangeklagte ihn bei einer früheren Gelegenheit grundlos geschlagen hatte.

Deshalb haben die sechs Angeschuldigten mich unter Drohung mit einer Stichwaffe in ihren Kleinvan verfrachtet, erzählte das Opfer. Dort haben sie mir die Augen verbunden. Auf der Fahrt von Grenchen nach Bern haben sie mir immer wieder auf den Kopf geschlagen, damit ich die Namen der Verwandten nenne.

Die Geiseln sollten in Zürich gegen an der Schlägerei Beteiligte ausgetauscht werden. Da bereits die Polizei nach ihnen fahndete, wurden sie jedoch freigelassen.

Auf am Boden liegendes Opfer eingestochen

Dem Hauptangeklagten wird weiter vorgeworfen, bei einem Streit in Zürich den am Boden liegenden Kontrahenten mit einem Messer oder Schwert in der Bauchgegend verletzt zu haben. Damit habe er den Tod des Opfers in Kauf genommen und den Tatbestand der vorsätzlichen Tötung erfüllt.

Obschon unbeteiligte Zeugen dies verneint hatten, blieb der Angeschuldigte vor Gericht dabei, sein Gegner habe ihn zuerst mit einer zerbrochenen Flasche angegriffen. Zudem habe er nicht richtig zugestochen, sondern dem anderen bloss Angst einjagen wollen.

Betrunkenen getreten

Ein zweiter Angeschuldigter hat in Bern einen betrunkenen Schweizer, der die Freundin eines Kollegen angezündet hatte, mit Faustschlägen niedergestreckt. Dem am Boden liegenden Opfer fügte er dann mit Fusstritten einen Nasenbeinbruch, eine Rissquetschwunde am Ohr und eine Gehirnerschütterung zu.

Das Opfer nahm vor Gericht die vom Täter angebotene Entschuldigung und 500 Franken Schmerzensgeld an und zog sich aus dem Verfahren zurück. Sollte die Straftat jedoch als versuchte schwere Körperverletzung statt als einfache qualifizierte Körperverletzung eingestuft werden, wird sie von Amtes wegen trotzdem verfolgt.

SDA/js

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