Zum Hauptinhalt springen

Klein-Venedig wird gross

Die Stadt Biel prüft derzeit eine Erweiterung des Grossprojekts Agglolac. Doch die betroffenen privaten Grundstückbesitzer müssen erst einwilligen. Ausserdem werden archäologische Pfahlbauten am See vermutet.

Neue Kanäle in Biel: Das Grossprojekt Agglolac braucht mehr Fläche. Die betroffenen Hausbesitzer wissen davon aber noch nichts.
Neue Kanäle in Biel: Das Grossprojekt Agglolac braucht mehr Fläche. Die betroffenen Hausbesitzer wissen davon aber noch nichts.
zvg

Das Bieler Quartier zwischen Badhausstrasse, Zihl und Ländtestrasse hat einen speziellen Charakter: hier ein Chalet, da ein Block aus den Siebzigerjahren, dort ein Kindergarten-Providurium und ein Lagerhaus, dazu ungepflegte Liegenschaften neben einzelnen sehr gut erhaltenen Ein- und Mehrfamilienhäusern. In diesem 100 mal 200 Meter grossen Viertel prüft die Stadt Biel derzeit eine Erweiterung des Grossprojekts Agglolac. Speziell der Zufahrtskanal zur Bootswerft Winkelmann hat es den Planern angetan. Er soll wenn möglich in die Kanalstadt integriert werden. Denn neue Kanäle im vorgesehenen Perimeter kommen teuer zu stehen und können eventuell nicht im geplanten Umfang gegraben werden. Um die hohen Kosten des Gesamtprojekts zu decken, versucht man zudem, dessen Fläche um rund 15 Prozent zu erweitern.

Umfassende Abrisspläne

Der Haken an der Sache: Die betroffenen Hausbesitzer wissen von nichts. Dies bestätigte gestern Peter Winkelmann, Besitzer des Schlüsselgrundstücks mit Bootswerft: «Die Stadt hat mit uns bisher keinerlei Gespräche geführt.» Zwar gehören einzelne Liegenschaften wie ein Kindergarten und eine kleine Werft bereits der Stadt Biel. Doch die meisten Gebäude sind in privatem Besitz, was hartnäckige Verhandlungen bedingt. Nicht in die Abrisspläne einbezogen wurden das eben renovierte Gebäude der BKW sowie der grosse Wohnblock an der Ländtestrasse, in dem Baudirektor Hubert Klopfenstein wohnt.

Kanton soll zahlen

Zweiter Pferdefuss ist die Archäologie am See. Aufgrund von Funden bei der Überbauung des BKW-Areals sowie bei der Landgewinnung am Strandboden ist davon auszugehen, dass historisch bedeutsame Pfahlbauten wie in Sutz-Lattrigen verschüttet sind. Die Stadt sucht laut Hans Stöckli Wege, um die entstehenden Mehrkosten nicht wie beim Gassmann-Areal von Anfang an dem Kanton anzulasten; dies ist möglich, wenn Private das Gesamtprojekt tragen.

Ob die kühne Vision der Planer für eine grosszügige Gesamtkonzeption des Bielerseebeckens unter Einbezug der Nachbargemeinden etappenweise realisiert werden kann, muss sich also trotz positiver Machbarkeitsstudie erst noch weisen. Offen bleibt weiter, ob das finanziell anspruchsvolle Generationenprojekt bei den Bevölkerungen von Nidau und Biel mehrheitsfähig ist.

Park als Alternative

Eine Alternative zu Agglolac wäre ein öffentlicher Park an bester Lage. Das unentschlossene ursprüngliche Nidauer Projekt – ein Pärkli mit verstreuten Häusern – dürfte indes, auch dies ein Ergebnis der Machbarkeitsstudie, wegen der hohen Erschliessungskosten kaum finanzierbar sein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch