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Markenschutz verleiht Longines seit 120 Jahren Flügel

Die bernjurassische Uhrenmarke Longines führt das älteste aktive Warenzeichen, das weltweit eingetragen wurde. Der Patron der Manufaktur liess das Logo mit der geflügelten Sanduhr vor genau 120 Jahren erstmals schützen.

Fälschungen von Uhren sind nicht erst in der heutigen Zeit ein Problem. Bereits im Jahr 1874 machte der damalige Longines-Inhaber Ernest Francillon in einer Bekanntmachung den Handel darauf aufmerksam, dass nur Originaluhren das Markenlogo mit der geflügelten Sanduhr tragen. 1889, also vor 120 Jahren, liess Francillon deshalb das Longines-Zeichen beim Eidg. Amt für Markenschutz in Bern eintragen, heute Eidg. Institut für Geistiges Eigentum (IGE). Longines feierte dies gestern in Genf mit einer Jubiläumsausstellung in der Cité du Temps.

Globaler Schutz seit 1893

Der wahre Coup gelang dem Longines-Patron aber 1893. Damals liess Francillon das Markenlogo auch weltweit schützen. Damit ist Longines die älteste noch aktive und unverändert gebliebene Schutzmarke der Welt, wie Francis Gurry gestern bestätigte. Der Australier ist Direktor der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo) mit Sitz in Genf. «Die Schweizer Uhrenbranche ist in der Tat eine der ersten Industrien, die Ende des 20.Jahrhunderts die Bedeutung des Markenschutzes erkannte», sagte Gurry.

Longines ist seit über 175 Jahren im bernjurassischen St-Imier beheimatet. Die Manufaktur gehört zum weltgrössten Uhrenkonzern Swatch Group mit Sitz in Biel. Noch heute nutzt Longines das erste Logo, um damit Uhrengehäuse zu prägen.

Das aktuelle Logo ist aber seit 1974 eine stilisierte Form der Sanduhr mit den Flügeln, die nun gespreizt sind. Wie Longines-Chef Walter von Känel erklärte, habe die Uhrenmarke neben dem ersten Logo noch 13 andere Warenzeichen schützen lassen, darunter das aktuelle.

Die Weltorganisation für geistiges Eigentum nahm alleine im Jahr 2007 insgesamt 3,3 Millionen neue Marken in ihr Register auf. In der Schweiz registriert das Institut für geistiges Eigentum jährlich 14'000 Warenzeichen von Schweizer Firmen und zusätzliche 15'000 Marken, die im Ausland geschützt wurden. «Musste Ernest Francillon wohl noch Tage warten, bis sein Warenzeichen geschützt war, so dauert dies heute Sekunden», sagte Brigitte Bolli, Leiterin der Sektion Markenregister beim IGE. Denn die Registrierung erfolge im Internet.

Beweis des Gebrauchs

Damit eine Marke geschützt bleibt, braucht es viel Anstrengung seitens des Herstellers. «Wir müssen etwa beweisen, dass wir das Warenzeichen auch wirklich verwenden», sagte Longines-Chef von Känel.

Nicht zuletzt dank Francillons Weitsicht und der derzeitigen Besitzerin Swatch Group gehe es Longines auch in stürmischen Zeiten gut, sagt von Känel mit Blick auf die Wirtschaftskrise. Das wegen des Weihnachtsgeschäfts wichtige vierte Quartal 2008 sei «schlecht» gewesen. «Ich glaube nicht, dass Oktober bis Dezember 2009 noch schlechter ausfallen», so der Longines-Chef.

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