Steine gegen Fahrende

Lyss

Der Lysser Gemeindepräsident Andreas Hegg lässt eine ganze Parzelle gezielt sperren.

Bilder wie dieses aus dem Juni 2016, als sich beim Freizeitzentrum Kolibri Fahrende niederliessen, soll es nicht mehr geben.

Bilder wie dieses aus dem Juni 2016, als sich beim Freizeitzentrum Kolibri Fahrende niederliessen, soll es nicht mehr geben.

(Bild: Stefan Anderegg)

Simone Lippuner

Die Geste mutet unfreundlich an. Auf dem langen Kiesparkplatz links vom ehemaligen Freizeitzentrum Kolibri in Lyss thronen im Abstand von wenigen Metern riesige Steine, rund ein Dutzend. Sie verunmöglichen das Abstellen grosser Fahrzeuge. Gezielt. Gemeindepräsident Andreas Hegg (FDP) hat die Steine vergangene Woche deponieren lassen. Grund: «Ich will nicht, dass sich die Fahrenden hier niederlassen.»

Hegg stellt klar, dass er nicht gegen das Fahrende Volk an sich ist. «Aber es generiert jedes Mal einen Riesenaufwand und Probleme, wenn sie sich irgendwo installieren», sagt er. Allen voran jenes der Sauberkeit: «Sind die Fahrenden wieder weg, liegt in den umliegenden Wiesen und Wäldern überall Kot. Wir müssen die Sauerei dann auf unsere Kosten putzen.»

Andreas Hegg erinnert an das Jahr 2016, wo sich Fahrende ebenfalls beim Kolibri-Areal niedergelassen hatten. Danach sei alles verunreinigt gewesen, Anwohner hätten sich durch die Geruchsemissionen gestört gefühlt. Die Gemeinde Lyss liess daraufhin drei öffentliche Parkplätze für mehrere Tausend Franken mit Pfosten sichern.

In der warmen Sommerzeit sind erneut viele Fahrende unterwegs. Es gibt immer wieder Probleme, weil es an Standplätzen fehlt und die Gemeinden entsprechend unter Druck stehen. Dies zeigt auch das Beispiel aus Wileroltigen. Auf dem Autobahnrastplatz hatten Schmutz und Unrat derart überhandgenommen, dass der Bund als Betreiber durchgriff und die Anlage vor zehn Tagen vorübergehend schloss. Auch in Nidau und Biel gab es jüngst Konflikte, als sich Schweizer Fahrende ohne Bewilligung auf dem abgesperrten Expo-Areal installierten. Sie haben das Gelände mittlerweile ver­lassen.

Zurück zu den Steinen beim Kolibri: Die muss die Gemeinde nun etwas zurückversetzen. Landwirte können nämlich nicht mehr oder nur noch knapp mit ihren Fahrzeugen die Strasse in die Wannersmatt hochfahren.

Berner Zeitung

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