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Umfahrungstunnel: Streit geht weiter

Die Twannerinnen und Twanner müssen sich noch ein bisschen länger gedulden bis zum Start der Bauarbeiten für den geplanten Umfahrungstunnel.

Kommt die Umfahrung Twann doch noch? Bereits 1992 hatte der Bundesrat im Grundsatz die Umfahrung bewilligt.
Kommt die Umfahrung Twann doch noch? Bereits 1992 hatte der Bundesrat im Grundsatz die Umfahrung bewilligt.
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Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der Berner Heimatschutz ziehen gegen die Genehmigung des Ausführungsprojekts des geplanten Umfahrungstunnel in Twann vor das Bundesverwaltungsgericht.

Die beiden Schutzorganisationen schreiben in einer Mitteilung vom Mittwoch, das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) habe sich bei seinem Genehmigungsentscheid vom 8. September «zur Überraschung aller» über andere Ansichten hinweggesetzt.

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht 2011 das Uvek beauftragt habe, für das Ostportal des Tunnels eine landschaftsschonendere Variante auszuarbeiten, sei unter anderem eine Variante mit der Bezeichnung V3B ausgearbeitet worden. Dies in Workshops unter Beteiligung mehrerer Bundesämter, der Gemeinde und den Schutzverbänden.

Nun habe sich das Uvek doch für eine andere Variante entschieden, obwohl das Bundesamt für Raumentwicklung, das Bundesamt für Umwelt, die Gemeinde Twann-Tüscherz und auch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission hinter der Variante V3B stünden.

In ihrem Rekurs fordern nun die beiden Schutzverbände, dass der Bau der Variante V3B verfügt wird. Sie koste kaum mehr als die vom Uvek gewählte Variante und reduziere den Flächenverbrauch in der Reblandschaft des Bielersees um 40 Prozent und die Länge der Lärmschutzmauer um 30 Prozent.

Kanton Bern begrüsste Entscheid

Die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) hatte Mitte September den Entscheid des Uvek bekanntgemacht. Sie schrieb damals, sie begrüsse den Entscheid und erwarte, dass das Bundesamt für Strassen die Bauarbeiten nun so rasch wie möglich in Angriff nehme.

Laut der BVE hat eine Untersuchung möglicher Varianten für die von den Schutzverbänden kritisierte Lage des Ostportals aufgezeigt, «dass die Unterschiede bezüglich Landschaft gering sind». Deshalb habe sich der Bund in einer Interessenabwägung zu Gunsten des ursprünglichen Projekts entschieden.

Beim Twanntunnel handelt es sich um die Verlängerung des bestehenden Ligerztunnels um rund 1,8 Kilometer in Richtung Biel. Der Tunnel entlastet Twann vom Durchgangsverkehr.

Für Uvek «sehr komplexes Projekt»

Uvek-Sprecher Dominique Bugnon bestätigte am Mittwoch auf Anfrage, dass Bundesamt für Raumentwicklung und Bundesamt für Umwelt eine andere Variante bevorzugen als das Uvek. Bugnon sagte weiter, es handle sich um ein «sehr komplexes Projekt» und alle Varianten hätten Vor- und Nachteile.

Das Uvek habe sich für die von ihm favorisierte Variante aus Gründen der Verkehrssicherheit und -technik ausgesprochen. Auch sei diese Variante billiger. Zudem wären gemäss der Variante V3B grössere Lärmschutzwände gebaut worden und es wären Enteignungen nötig gewesen. Die Eingriffe in die Landschaft seien bei der Variante V3B grösser als bei der vom Uvek gewählten.

SDA/cla

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