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«Sein Geist wird bei uns sein»

Über tausend Menschen haben sich in Bern von Nicolas G.Hayek verabschiedet – darunter Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Film. Eine bewegende Gedenkfeier für einen einzigartigen Patron und liebevollen «Papa».

Vor genau einer Woche, morgens um sieben Uhr, sass Nicolas G.Hayek neben dem Radio. Er lauschte einer Sendung, für die er höchstpersönlich seine liebsten klassischen Stücke zusammengestellt hatte. Wenige Stunden später starb der «Pionier», der «Künstler», der «Retter der Uhrenindustrie» und der «beste Papa der Welt», wie ihn seine Familie und Freunde an dessen Trauerfeier nennen. Sie spielen Ausschnitte aus dieser Radiosendung ab, und sie zeigen bewegende Bilder und Filmausschnitte aus dem Leben des Verstorbenen. Strahlende Blumen Familienmitglieder, Weggefährten, enge Freunde und flüchtige Bekannte des Unternehmers haben sich an diesem sonnigen Samstagnachmittag zur Gedenkfeier im Berner Kursaal eingefunden. Unter ihnen sind Jean-Pierre Roth, ehemaliger Direktor der Schweizerischen Nationalbank, der Berner Regierungspräsident Philippe Perrenoud, Nationalrat und Bieler Stadtpräsident Hans Stöckli oder Nationalrat und Swatch-Verwaltungsrat Johann Niklaus Schneider-Ammann. Die geladenen Gäste sitzen in den vordersten Reihen, im Kreis der Trauerfamilie. Der Platz, an dem einzelne von ihnen in der nächsten Stunde eine Gedenkrede halten werden, ist mit strahlend gelben Sonnenblumen gesäumt. traurige Redner Als Nick Hayek an der Feier von seinem verstorbenen Vater spricht, kämpft er mit den Tränen. Er stehe noch immer unter Schock. «Ich möchte mich lieber an die starken Momente mit Papa erinnern, als mich von ihm zu verabschieden.» Seine Rede löst Betroffenheit aus, im Saal ist es still. Insbesondere dann, als Nick Hayek seinen Vater so beschreibt, wie ihn alle gekannt haben – als eine Art Vater für alle. «Er war nicht nur uns Kindern, sondern auch seinen Angestellten ein Papa», sagt er. «Wer ihn kannte, hatte Respekt vor ihm, manchmal sogar Angst, und trotzdem haben ihn alle geliebt.» Bundespräsidentin und Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard ist stolz, dass die Schweiz einem solch engagierten und innovativen Unternehmer eine Heimat gegeben hat: «Er hat das Land und die Menschen geliebt, hier war er zu Hause.» Dass das Verhältnis zwischen Hayek und der Schweiz nicht immer so entspannt war, möchte Esther Grether, Mitaktionärin und Verwaltungsrätin der Swatch Group, nicht ungesagt lassen. «Am Anfang war Nicolas Hayek in diesem Land unerwünscht», sagt die langjährige Weggefährtin. «Er wurde attackiert, weil niemand glauben wollte, dass ein Ausländer die Schweizer Uhrenindustrie retten kann.» Doch Nicolas G. Hayek war zu überzeugt von seinen Plänen, als dass er sich von Skeptikern hätte einschüchtern lassen. Wie Esther Grether sagt, «war er ein bisschen eitel». So habe er ihr immer wieder gesagt: «Alles, was ihr machen müsst, ist mich kopieren – dann geht es der ganzen Schweiz gut.» und Schmunzler Tochter Nayla Hayek, neu Präsidentin der Swatch Group, sorgt für weiteres Schmunzeln. «Ich bin sicher, dass mein Vater gerade bei uns ist und genau hinschaut, wer alles für ihn gekommen ist.» Sie sei stolz auf ihren Vater und vermisse ihn sehr. Insbesondere die täglichen Anrufe, morgens um sechs Uhr. «Das Telefon klingelt nicht mehr, doch sein Geist wird immer bei uns sein.»Miriam Lenz>

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