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Sein «Instrument» immer dabei

Singen ist seine grosse

«Wir sind eigentlich eine klassische Castingband», sagt Marc Jenni und lacht. Er weiss: Mit zusammengewürfelten Castingshow-Formationen karrierefixierter Teenager hat seine Band wenig gemein. Und trotzdem begann alles mit einem Casting. Drei Mitglieder einer Vorgängergruppe suchten zwei neue Sänger. Marc Jenni setzte sich zusammen mit Susann Rieben unter rund 50 Bewerbern durch. «Wir hatten zwei Wochen Zeit, drei Songs einzuüben, darunter auch ein schwieriges Jazzstück», erinnert sich der Bariton. Am Casting gings aus dem Stand fünfstimmig los. Dieser Härtetest zu Beginn war bewusst gewählt. «Wir müssen nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich harmonieren», sagt Jenni. Eigentlich seien sie fünf Alphatiere. Aber wenn alle ihre Stärken einbrächten, funktioniere es. «Zudem gibts ein unausgesprochenes Vetorecht: Mag jemand einen Song nicht, machen wir ihn nicht.» Bei einer stilistischen Palette von Pop über Jazz und Renaissance bis zu Rap und Volksmusik sei es wichtig, dass jeder hundertprozentig hinter dem Programm stehe. Ein Wechsel steht an Das hat bis jetzt gut geklappt. Seit der Gründung vor acht Jahren ist die Zusammensetzung unverändert – allerdings nicht mehr lange. «Bassist Aadhar Zimmermann hört aus Altersgründen auf», erzählt Jenni. Für die Suche nach einem Nachfolger wollen sich die Verbliebenen Zeit lassen. «Er muss zu uns passen.» Obwohl Marc Jenni mit Haut und Haar für die Musik lebt, kann er nicht von ihr leben. In den ersten Jahren haben die Voxtasy-Mitglieder viel investiert. So beschäftigen sie über ganz Europa verteilt verschiedene Arrangeure und haben viel Technik gekauft. «Nach drei Jahren waren wir so weit, dass wir uns einen Lohn auszahlen konnten.» Kein schlechter Aufstieg, wenn man bedenkt, dass die A-cappella-Truppe in einem Luftschutzkeller angefangen hat. Jetzt hat Jenni bei Voxtasy einen 50-Prozent-Job. Dazu gehört, die Homepage zu unterhalten – dafür ist er wegen seines ursprünglichen Jobs prädestiniert. Musik bestimmt die WocheAls Key-Account-Manager betreut Jenni bei einem Telekommunikationsanbieter im 80-Prozent-Pensum Geschäftskunden. Man rechne: Ergibt zusammengezählt 130 Prozent. «Zum Glück kann ich meine Arbeitszeit flexibel einteilen», sagt Jenni. Weil pro Wochenende im Durchschnitt ein Auftritt anstehe, finde sein «Wochenende» oft unter der Woche statt. Denn für die Stimme sei die Erholung auch wichtig. «Es kommt der Musik sicher zugute, dass ich als Single ungebunden bin», erzählt er. Ganz lässt sich Jenni das Privatleben aber nicht durchs Singen bestimmen: «Noch bin ich Raucher – dort habe ich verstecktes Potenzial», sagt er und lacht wieder. Reizt ihn auch mal ein Soloprojekt? «Nein, ich habe beim A-cappella-Gesang beides: schöne Harmonien beim Begleiten, aber auch das Gefühl, als ob ich beim Solieren auf einer Welle reiten würde: Die anderen bereiten vor, und ich kann draufsteigen, mich treiben lassen und Vollgas geben.» Wie alles angefangen hat Wie hat der Ittiger zu seiner Leidenschaft gefunden? Zehn Jahre lang nahm er Klavierunterricht und spielte in Schülerbands. Dann, mit 21, sah er den Film «Sister Act» mit den singenden Nonnen. «Das war ein Aha-Erlebnis», erinnert er sich. «Der Film hat mich sehr berührt, und ich merkte: Eigentlich brauchts als Instrument nur die Stimme.» Also begann er, seine eigene Truppe zusammenzustellen. Nach einigen Jahren wurde Vocanix ein Opfer des eigenen Erfolgs. «Wir hatten immer mehr Auftritte, und das wurde einigen Mitgliedern zu viel.» In dieser Zeit sah er das Inserat für besagtes Casting und fand bei Voxtasy Gleichgesinnte, die dafür leben, auf der Bühne zu stehen. Seitdem arbeitet er jeden Tag daran, seinem Traum einen Schritt näherzukommen. Auch heute, an seinem 36.Geburtstag, an der Nachmittagsprobe. Happy Birthday, Marc Jenni! Thomas Kobel •www.voxtasy.ch>

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