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SF brüskiert Berner Regisseur

«Tatort»Das Schweizer Fernsehen verlangt eine Überarbeitung des «Tatort»-Krimis «Wunschdenken». Eine kalte Dusche für den Berner Regisseur Markus Imboden.

So stellte sich Markus Imboden das nicht vor. Der 55-jährige Berner Regisseur hätte mit dem Krimi «Wunschdenken» die Schweiz aufs internationale «Tatort»-Parkett zurückführen sollen. Bleibt der Titel nun ein böses Omen für den Filmemacher? Laut «SonntagsZeitung» hat die neue Führung des Schweizer Radios und Fernsehens (Direktor Ruedi Matter, Programmleiter Hansruedi Schoch, Kultur-Chefin Nathalie Wappler) entschieden, den Krimi mit Stefan Gubser als Hauptkommissar Reto Flückiger zur Überarbeitung zurückzustellen. Dem in Luzern angesiedelten Film (Drehbuch: Nils-Morten Osburg) fehle es unter anderem an Lokalkolorit, Spannung und Witz. Schweizer Klischees würden überstrapaziert, die Leistung von «CSI: Miami»-Star Sofia Milos sei ungenügend. Die Folge: Der geplante Sendetermin vom 17. April fällt ins Wasser. «Noch nie so etwas passiert» Imboden, der erst vor Jahresfrist mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis für seinen Krimi «Mörder auf Amrum» geehrt worden war, reagiert perplex: «So etwas ist mir in meiner ganzen Karriere noch nie passiert.» Der Film sei letzten Sommer von der alten Führung des Schweizer Fernsehens abgenommen worden. Mängel seien damals bei «Wunschdenken» keine festgestellt worden. «Das Ganze kommt mir vor wie eine schlechte Posse. Ich muss alles aus der Zeitung erfahren», sagt der Interlakener Regisseur. Wie es weitergehe, wisse er nicht. So etwas komme schon fast einem Berufsverbot in der Schweiz gleich. Weiter mit «Wespennest» Imboden hatte in der Schweiz Publikumserfolge mit «Katzendiebe» (1996) oder «Komiker» (2000) gefeiert. Im November 2010 inszenierte er im Emmental den Spielfilm «Der Verdingbub» (Kinostart: November 2011). Der Berner ist seit über 15 Jahren für verschiedene deutsche Fernsehsender tätig und wird als Regisseur regelmässig mit Preisen ausgezeichnet. Sein jüngster Krimi «Mörderisches Wespennest», der nächste Woche vom ZDF ausgestrahlt wird, erntet schon jetzt vielversprechende Kritiken. Hans Jürg Zinsli;«Mörderisches Wespennest»: ZDF, Montag, 21. Februar, 20.15 Uhr.>

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