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Sicherheit durch runden Tisch

Wenn alle am gleichen Tisch sitzen und am gleichen Strick ziehen, ist es einfacher, Probleme zu lösen. In Lyss versucht man mit dieser Methode, mehr Sicherheit zu schaffen. Die Behörden bezeichnen den runden Tisch als Erfolg.

Die Stadt soll sicherer werden. Mit diesem Ziel vor Augen setzen sich Vertreter der Lysser Behörden, der Jugendfachstelle, der Schulen und der Kantonspolizei mindestens vier Mal jährlich an einen runden Tisch. Dort suchen die Fachleute gemeinsam nach Lösungen und versuchen, Probleme bereits im Ansatz zu erkennen. Diese Einrichtung existiert in dieser Form seit etwa einem Jahr. «Der runde Tisch ist immer sehr gut besucht», sagt die Koordinatorin Franziska Hess von der Lysser Jugendfachstelle. Bis zu 25 Personen nehmen daran teil. «Die Vernetzung aller Fachleute an einem Tisch ist ein grosser Vorteil», berichtet Franziska Hess. Da sich alle Verantwortlichen treffen, können die Aufträge unmissverständlich und verbindlich erteilt werden. Dank den regelmässigen Treffen gäbe es eine gewisse Erfolgskontrolle. Dieses Gremium hat im Verlauf des letzten Jahres aber nicht nur die Köpfe zusammengesteckt und über Sicherheit philosophiert. Es gibt auch konkrete Projekte, die ihren Ursprung am runden Tisch haben. Sichere Alterssiedlung Gemäss Franziska Hess konnte das Sicherheitsempfinden der Bewohnerinnen und Bewohner der Alterssiedlung in der Nähe des Stegmattschulhauses durch den runden Tisch erheblich verbessert werden. Einige ältere Menschen fühlten sich durch die Jugendlichen bedroht. «Es ist auch zu verbalen Attacken gegen Bewohner der Alterssiedlung gekommen», weiss Hess. Sorgen ernst nehmen Das Gremium am runden Tisch beschloss Massnahmen, um eine Eskalation zu verhindern. An den Schulen wurden Sensibilisierungskampagnen durchgeführt, in der Alterssiedlung hielt ein Polizist ein Referat und erklärte den älteren Menschen, wie sie sich zur Wehr setzen oder Anzeige erstatten können. Zudem wurden in der Umgebung der Siedlung Lichtanlagen mit Bewegungsmeldern installiert. «Seit wir diese Massnahmen ergriffen haben, fühlen sich die Leute in der Alterssiedlung wieder sicherer», berichtet Hess. Allein, dass sich ein Gremium des Problems annehme und die Leute mit ihren Sorgen nicht von einer Amtsstelle zur nächsten geschickt würden, habe zu einer Entspannung geführt. Brennpunkt Bahnhof Eine andere Idee, welche am runden Tisch initiiert wurde, ist die der sogenannten Bahnhofspaten für Lyss. Dabei handelt es sich um freiwillige Helfer, welche sich am Bahnhof aufhalten und bei Konfliktsituationen eine Eskalation vermeiden können. Die Bahnhofspaten tragen Westen oder Armbinden, damit sie besser erkannt werden können. Dieses Konzept wird in Deutschland bereits an vielen Bahnhöfen praktiziert, auch in der Schweiz gab es bereits einige Pilotversuche. Ebenfalls bewährt haben sich die Bahnhofspaten in Bern. Hier hat man nach einer einjährigen Testphase diese Institution kürzlich definitiv eingeführt. «In Lyss wird dieses Projekt zurzeit noch abgeklärt», sagt Franziska Hess. «Der runde Tisch gegen Gewalt ist bereits seit längerem ein Anliegen», sagt Hess. Seit der Schlägerei vor zwei Jahren am Bahnhof Lyss. Am Osterwochenende 2008 griffen fünf Täter zwei Männer an. Die Opfer mussten mehrere Faustschläge und Fusstritte einstecken und wurden danach von der Ambulanz ins Spital Aarberg gebracht. Nach der Attacke unterschrieben rund 130 Lysserinnen und Lysser einen Brief an den Gemeinderat. Sie verlangten Massnahmen gegen die zunehmende Gewalt. Eine dieser Massnahmen ist die Institution des runden Tischs. Ralph Heiniger >

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