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Sie bereiten sich aufs Pilgerjahr 2010 vor

Rund 40 Vereinsmitglieder und Interessierte des Jakobswegs haben Ideen und Visionen ausgeheckt für das Pilgerjahr 2010

«Wir müssen auf die Taste ‹Neustart› drücken: Es geht um Projekte, Visionen und Veränderungen, denen sich unser Verein Jakobsweg.ch stellen muss», begrüsste Samuel Lutz, alt Synodalratspräsident der reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn und Präsident der Dachorganisation Jakobsweg.ch, die rund 40 Vereinsmitglieder und Interessierten. Sie waren seiner Einladung zu einer intensiven Tagung im Ausbildungszentrum der Schweizer Fleischwirtschaft (ABZ) in Spiez gefolgt. Jeder Pilger ist anders Sie mussten sich tatsächlich von gewissen Vorstellungen und Klischees verabschieden, die Vereinsmitglieder. So stellte sich heraus, dass es den Pilger als Asketen, der sich lediglich von Brot und Wasser ernährt und kaum genügend finanzielle Mittel besitzt, um sich eine Unterkunft zu leisten, nicht gibt. «Glauben Sie mir, wenn es dem adeligen Pilger im Mittelalter gut ging, wollte er auch seine Reise möglichst bequem verbringen», sagte Robert Gmür, Vorstandsmitglied und selber Pilgererfahrener. «Auch ich habe mir vor drei Jahren den Luxus geleistet, hin und wieder in einem guten Restaurant zu schlemmen oder in einem Hotel zu übernachten.» Man müsse die Kirchgemeinden viel mehr in die Bestrebungen des Vereins einbinden, waren sich die Anwesenden einig. Denn mit dem eben angebrochenen Pilgerjahr 2010, das ganz im Zeichen des Heiligen Jakobus von Santiago de Compostela steht, sei das Pilgern wieder ins Bewusstsein der Menschen gerückt. Kulturschock überwinden Dabei zeigte sich ein Manko, das so rasch als möglich aufgearbeitet werden müsse: Für viele Pilgerbegleiterinnen und -begleitern, die Gruppen entlang des Schweizer Jakobswegs führen, stehen zu wenig Informationsquellen zur Verfügung. «Der Kulturschock, den gerade streng gläubige Menschen aus Osteuropa in der Schweiz erleben, ist nicht zu unterschätzen», wusste beispielsweise Claire Haltner, die das Büro des Vereins verwaltet und dadurch immer wieder mit Anfragen ausländischer Pilger konfrontiert wird. Wer den Brünig von der Innerschweiz her überquert, findet statt der prachtvoll ausgestatten Kirchen und Kathedralen oft nüchtern eingerichtete Kirchenräume. «Viele Ausländer kommen hier erstmals mit der Reformation in Berührung», sagte Haltner. Nun soll der Vorstand des Vereins eine Arbeitsgruppe einsetzen und nach Möglichkeiten suchen, um den ausländischen Pilgerströmen entsprechende Informationen und Vermittler zur Verfügung stellen zu können. HeinerikaEggermann Dummermuth •www.jakobsweg.ch >

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