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Sie fahren mit einer heiteren Seele ans Jodlerfest

Nicht nur die Musikvereine haben ein grosses Fest vor sich – sondern auch die Jodlerinnen und Jodler. Ihr «Eidgenössisches» findet am kommenden Wochenende in Interlaken statt.

Anita Zbinden und Margrit Jenny sind gut vorbereitet – kräftig und harmonisch tönt das Lied «E heitri Seel» durch Küche und Wohnzimmer im Bauernhaus in Lyssach. Hier, im Zuhause von Margrit Jenny, haben sich die Jodlerinnen zu einer gemeinsamen Probe getroffen. Es ist eine der letzten vor ihrem grossen Auftritt: Am Eidgenössischen Jodlerfest in Interlaken stellt sich das Duett der Kritik der Jury und des Publikums – wie Hunderte andere, die ihr Hobby teilen. Wenn man ihnen so zuhört, haben sie eigentlich keinen Grund, nervös zu sein. Und doch: «Je älter ich werde, desto schlimmer wird es mit dem Lampenfieber», sagt Anita Zbinden. Sie wird in Interlaken auch als Solojodlerin antreten. Und dann haben beide Frauen auch Auftritte mit ihren Jodlerklubs – bei Anita Zbinden ist es das Schützenchörli Kirchberg, bei Margrit Jenny der Jodlerklub Heimat Alchenstorf. Das tönt nach einem anstrengenden Programm. Die Frauen lachen: Es bleibe bestimmt noch genug Zeit, das Fest zu geniessen. Nur damit keine falschen Ansichten aufkommen: Die beiden nehmen die Sache durchaus ernst und möchten gerne ein «sehr gut», also eine Klassierung 1, erjodeln. «Wird es eine 2, lassen wir den Kopf aber nicht hängen», sagt Margrit Jenny. Eine 3 oder gar eine 4 allerdings wäre dann weniger lustig, da sind sich die Frauen einig. Seit 2003 im Duett Anita Zbinden und Margrit Jenny kennen sich «schon ewig», begegnet sind sie sich, wie könnte es anders sein, beim Jodeln. Seit 2003 singen sie zusammen. Damals hängte Margrit Jennys Mutter und gleichzeitige Singpartnerin die Jodlerei an den Nagel. Auf der Suche nach einem neuen Gegenüber dachte die Verlassene an Anita Zbinden. Angefragt, ausprobiert, gemacht. Seither sind sie als Duett unterwegs, an Jodlerfesten, aber auch etwa an Geburtstagen oder Altersnachmittagen. Dabei singen sie, was ihnen gefällt –und was zu ihren Stimmen passt. Wobei: «Nicht nur die Melodie ist wichtig, sondern auch der Text», erklärt Anita Zbinden. Und wer hat die Hosen an, wenn es um musikalische Entscheide geht? Keine. Neue Lieder üben sie mit Jodellehrerin und -komponistin Marie-Theres von Gunten ein. «Auffrischen geht dann alleine», sagen sie übereinstimmend. Und ja, wenn eine falsch singt, dann meldet die andere Kritik an. «Wenn wir das nicht mehr können, müssen wir aufhören», so die logische Konsequenz. Tracht ist Pflicht Über die Garderobe machen sich die Jodlerinnen wenig Gedanken – es wäre auch verschwendete Liebesmüh: Tracht ist Vorschrift, daran gibt es nichts zu rütteln. Ausser man wäre schwanger. «Wir tragen die einfache Berner Sonntagstracht», erklärt Anita Zbinden. Für die gemeinsamen Auftritte haben die Frauen extra Schürzen machen lassen, dunkelblau mit aufgestickten Rosen in Gold und Silber. Davon gibt es übrigens drei, denn zum Jodlerinnenduo gehört auch eine musikalische Begleiterin, die Handorgelspielerin Andrea Ryser. Mit ihr proben Anita Zbinden und Margrit Jenny diese Woche auch noch einmal. Dann lassen sie es gut sein und sehen sich erst am Samstag zum gemeinsamen Einsingen wieder. Und um Punkt 18.10 Uhr erklingt im Hotel Viktoria Jungfrau, im «La Salle Côté du Jardin» das Lied «E heitri Seel» von Marie-Theres von Gunten, vorgetragen von Anita Zbinden und Margrit Jenny, begleitet auf der Handorgel von Andrea Ryser. Nun denn: Gut jutz. Cornelia LeuenbergerEidgenössisches Jodlerfest Interlaken, 16. bis 19.Juni 2011. www.jodlerfestinterlaken.ch>

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