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Sie ist ein «böses Meitli»

MoosseedorfStefanie Zingg stammt aus einer Schwingerfamilie und ist eine der Favoritinnen am kommenden Frauen-Schwingfest in Ittigen. Nebst Schwingen betreibt die selbstbewusste Elfjährige Judo und Ringen.

Pokale und Holzuhren füllen die Wohnwand der Familie Zingg am Schulhausweg in Moosseedorf. Auf dem Wohnzimmerboden stehen Trögli und Stabellen, über dem Sofa hängen Treicheln, die Wände des Entrées sind mit «Zweigli» und Medaillen tapeziert. All das sind Auszeichnungen von Schwingfesten Die elfjährige Stefanie hat bereits an etwa 50 teilgenommen. Am letzten in Huttwil teilt sie sich den 3. Platz auf der Schlussrangliste mit Leila Scherrer aus Rütti. Stefanie Zinggs Ziel für das Frauen-Schwingfest in Ittigen in einer Woche ist klar. «E Zweig», sagt das kräftige, blonde Mädchen selbstbewusst, ohne länger nachzudenken. Ihr Rezept, das Ziel zu erreichen ist einfach: «Trainieren.» Das heisst, fünfmal pro Woche entweder Schwingen, Judo oder Ringen. Nein, zuviel wird ihr das nicht. Höchstens manchmal, wenn sie sich müde fühlt. «Aber ich trainiere eigentlich immer gern», sagt sie. Eine Schwingerfamilie In der Familie Zingg schwingen alle oder haben es früher getan. Der frühere Schwinger und Ringer Vater Robert Zingg trainierte vor Jahrzehnten seine heutige Ehefrau Sandra. Beide sind heute Trainer im Judoclub Worblaufen-Ittigen, der das Frauen- und Meitlischwingfest in Ittigen organisiert (siehe Kasten). Stefanies Mutter Sandra ist OK-Präsidentin. Stefanies Brüder Marc (15) und Bruno (10) gehören ebenfalls zum «Bösen»-Nachwuchs. Die Geschwister trainieren oft mit- beziehungunsweise gegeneinander. Vor allem der jüngere Bruno misst sich gern mit der Schwester, ärgert sich aber, wenn er verliert Die Angst, von einem Mädchen auf den Rücken gelegt zu werden, bekommt Stefanie auch im Schwingclub Münchenbuchsee zu spüren, wo sie als einziges Meitli mit Buben trainiert. Diese treten meist nur auf Aufforderung des Trainers gegen Stefanie an. Kraft ist nicht alles In den Trainings schulen die jungen «Bösen» Kraft, Gleichgewicht, Schnelligkeit, Reaktion und Technik. Sind schwere Schwingerinnen automatisch kräftiger? «Wenn ein Mädchen schwerer ist als ich, bedeutet das nicht, dass sie stärker ist», sagt Stafanie Zingg. Zwar sei der Bodenkampf mit einer gewichtigen Gegnerin eindeutig härter. Und eine schwere Person an den Beinen zu ziehen sei anstrengend. «Aber was es bringt, ist die richtige Technik. Und die lernen wir im Training.» Was sie in einem Kampf besser machen kann oder unterlassen soll, hört Stefanie Zingg von ihren beiden Privattrainern, den Eltern. Der Vater lacht und sagt: «Eigentlich trainieren wir in unserer Familie jeden Tag.» Die «Böse» Stefanie Zingg nimmts locker. Neben dem Training findet sie noch genug Zeit zum Schwimmen im Moossee, zum Velofahren und für lange Spaziergänge mit Mischlingshund Rony. Aufgeregt wegen des Schwingfests ist sie nicht. «Ich bin an Wettkämpfe gewohnt», sagt sie. Laura Fehlmann>

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