Snowpenair 2019: Von Ritschi bis James Morrison

Grindelwald

Das Programm des Snowpenair 2019 ist definitiv. Am 6. April treten der Interlakner Mundartsänger Ritschi, die Solothurner Rock-Urgesteine Krokus, DJ Antoine und James Morrison auf der Kleinen Scheidegg auf.

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An der 22. Ausgabe des Snowpenair kommt es zu einer Premiere: Ein DJ stand noch nie im Line-up des Hauptprogramms auf der Bühne bei der Kleinen Scheidegg. DJ Antoine, mit bürgerlichem Namen Antoine Konrad, stammt aus dem Baselbiet und gehört seit Jahren zu den Weltstars in der House-DJ-Szene mit mehreren Nummer-1-Alben.

Und doch dürfte sein Sound für die regelmässigen Konzertgänger des Snowpenair gewöhnungsbedürftig sein. Traditionellerweise wird hier das Publikum mit Rock und Pop beschallt. «Es wird ein Test», gibt Urs Kessler zu, hofft aber gleichzeitig, mit DJ Antoine ein neues Segment von Musikhörern für einen Besuch des Snowpenair gewinnen zu können.

Der CEO der Jungfraubahnen und Snowpenair-Vater legte Wert darauf, Künstler zu verpflichten, die noch nie am Snowpenair gespielt haben. Dies trifft neben DJ Antoine auch auf den Headliner des nächsten Jahres zu: James Morrison.

Der britische Popsänger ist insbesondere in seinem Heimatland ein Star; sein Album «The Awakening» aus dem Jahr 2011 hatte jedoch auch in der Schweiz die Spitze der Albumcharts erreicht. Sein bekanntester Song dürfte «Broken Strings» sein, ein Duett mit der portugiesischen Sängerin Nelly Furtado. «Voraussichtlich wird James Morrison nächstes Jahr neben dem Snowpenair nur ein weiteres Konzert spielen», so Kessler. «Somit wird sein Auftritt sicher speziell sein.»

Ritschi erstmals solo

Zum vierten Mal wird der Interlakner Mundartsänger Ritschi am Snowpenair auftreten, allerdings zum ersten Mal als Solokünstler: In den Jahren 2000, 2003 und 2007 war er hier mit der Band Plüsch zu Gast, die sich 2000 noch VIP genannt hatten und Covers spielten. Als weitere Schweizer Band treten die Solothurner Rock-Urgesteine Krokus auf. Die Band mit Sänger Marc Storace und Bassist Chris von Rohr spielte bereits im Jahr 2015 auf der Kleinen Scheidegg hat für nächstes Jahr ihre Abschiedstournee angekündet.

Kein ganz grosser Kracher

Kritiker könnten bemängeln, dass nächstes Jahr der ganz grosse Kracher im Line-Up fehlt. Dies hat zweierlei Gründe: Einerseits sind viele Künstler, die Kessler auf dem Radar hatte, nächstes Jahr nicht auf Europatournee. Andererseits spielen die Finanzen eine wichtige Rolle.

Tatsächlich werde es für Konzertveranstalter immer schwieriger, namhafte Künstler zu verpflichten, da die Konzertgagen aufgrund der eingebrochenen Tonträger-Verkäufe in galaktische Sphären aufgestiegen sind. «Einen Top-Star wie Rod Stewart, Sting oder Bon Jovi kriege ich nicht unter einer Million Franken», so Kessler. Solche Beträge könne und wolle er nicht bezahlen. Wichtig sei ihm, dass der Anlass in Sachen Qualität der Musik und der Rahmenbedingungen – beispielsweise Restauration und Transport – den Snowpenairs vergangener Jahre entspricht.

2020 zum letzten Mal

Allerdings verspricht Urs Kessler für das 23. Snowpenair übernächstes Jahr nochmals ein hochkarätiges Programm, verteilt über zwei Tage: Am 4. und 5. April 2020 findet dieser Anlass zum letzten Mal statt. Damit kommt Kessler einer Bedingung nach, die der Scheidegg-Hotelier Andreas von Almen gestellt hatte, um seinerseits die Einsprache für das V-Bahn-Projekt zurückzuziehen. «Die Snowpenair-Geschichte ist dann endgültig vorbei», so Kessler, der nach wie vor bedauert, dass die Familie von Almen die regionale Wertschöpfung dieses Events nicht anerkennt.

Das genaue Programm für 2020 ist noch nicht spruchreif, aber: «Wir werden auf einige Wünsche der Snowpenair-Fans eingehen.»

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